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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Technik 184 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 2 digitalen Kameras und Scannern. Obwohl die Scannertechnik unter Preis-Leis- tungsgesichtspunkten seinerzeit eine gute Wahl schien, erhielt doch die digitale Spiegelreflex-Kameratechnik den Vorzug. Dabei spielten nicht nur die Tatsache, dass photographische Kompetenzen weiter genutzt werden konnten, eine Rolle, sondern auch konservatorische und pragmatische Gründe. Bei Scannern musste sich die Vorlage in einem definierten Abstand zur Scanzeile befinden, was dama- lige und teilweise auch heutige Systeme noch durch das konservatorisch bedenk- liche Flachpressen der Vorlage bei 180° Öffnungswinkel unter Glas sicherstellten. Das Glas verhinderte zugleich das wegen der längeren Scanzeiten häufige Verwa- ckeln der Aufnahme. Später brachte die Entscheidung für die Kamera auch hand- feste wirtschaftliche Vorteile: die Preise für hochwertige Kameras fielen dank der großen Verbreitung schnell. Sie sind heute deutlich günstiger als vergleichbare handelsübliche Buchscanner. Die ersten echten Spiegelreflex-Digitalkameras der DFW waren Kleinbildkameras von Kodak und das Mittelformatscanback Kodak DCS Pro Back Plus. Bildqualität Von früh an galt das Kriterium 300 dpi Mindestauflösung. Allerdings war die Qua- lität der Digitalisate (z.B. durch die noch unvollkommene Signalverarbeitung der Kameras) in den Anfangszeiten noch nicht so gut wie heute, was auch noch eini- gen der älteren Digitalisaten anzusehen ist, die einen leicht „schwammigen” Ein- druck vermitteln. Intensive Diskussionen wurden um die Frage der erforderlichen Qualität der Bilder geführt. Dahinter stand vor allem das Problem der Archivie- rung. Unkomprimierte Farbbilder in TIFF verbrauchen dreimal so viel Platz wie Graustufenbilder (ca. 25–40 MB statt ca. 8–15 MB pro Image). Bitonale Bilder mit TIFF G4 Kompression benötigen noch einmal deutlich weniger Speicherbedarf. Die Bibliothek hat sich trotz zahlreicher Bedenken nicht nur bezüglich des Spei- cherplatzes, sondern auch des erforderlichen Farbmanagements bald grundsätz- lich für die Digitalisierung in Farbe ausgesprochen, weil nur die Farbdigitalisie- rung eine für weitgehend alle Forschungsfragen angemessene Wiedergabe des Originals sicherstellte. Experimente mit bitonalen Digitalisierungen vom Mikro- film bestärkten diesen Eindruck. Die Ergebnisse waren – nicht zuletzt wegen der damals noch nicht ausgereiften Filmscannertechnik – teilweise so schlecht, dass eine mit AB-Mitteln begonnene Maßnahme zur digitalen Konversion des Filmar- chivs abgebrochen werden musste. Viele dieser schlecht lesbaren Scans befinden sich heute noch in der Digitalen Bibliothek4 und werden nun Zug um Zug durch qualitativ hochwertigere Digitalisate ersetzt. 4 z.B. http://diglib.hab.de/drucke/c-345-a-2f-helmst/start.htm
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