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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Digitale Bibliothek 136 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 2 Danach folgte eine Darstellung von Oliver Obst (Münster) über den „Stellenwert von Open Access in der medizinischen Literaturversorgung“. Am Beispiel der von ihm geleiteten Zweigbibliothek für Medizin der Universitäts- und Landesbiblio- thek Münster wies Obst darauf hin, dass mit der Verbreitung des Internets und der ständigen Erweiterung des Online-Angebots an elektronischer Fachinformation der Druck zugenommen hat, noch mehr online anzubieten. Die Zweigbibliothek Münster registriert pro Jahr ca. 220.000 Nutzer vor Ort, demgegenüber stehen 7 Mio. Besuche im Web. An einigen anschaulichen Beispielen illustrierte Obst seine Aussage, dass die Zeitschriftenkrise der wissenschaftlichen Kommunikation „den Hals zu brechen“ droht: • Die Zeitschriftenkrise manifestiert sich in der Verdoppelung der Preise für Zeitschriftenabonnements und -lizenzen alle sechs Jahre. • Verschärft wird die Krise durch die Preispolitik der Verlage, wenn diese etwa Tier-Modelle (Kosten abhängig von Zahl der FTEs) forcieren, wie etwa am Beispiel von Pediatics deutlich wird. • Hochkarätige Zeitschriften, wie Circulation, Lancet oder Nature erweitern ständig ihr Angebot um weitere teure Titel. • Einen Spezialfall stellen in diesem Zusammenhang die Nature branded Journals dar. 1981 zahlte eine Bibliothek für Nature ca. 300 Euro; für 2009 muss eine Bibliothek, wie die Zweigbibliothek Medizin in Münster, ca. 125.000 Euro bezahlen, will sie das gesamte Nature-Spektrum online für ihren Campus anbieten. Vom etablierten Publikationssystem profitieren Wissenschaftler, die ihre Karriere betreiben, während Verlage immer höhere Gewinne erzielen können. Für die Zweigbibliothek Medizin in Münster hat Obst den Gesamtbedarf von 1,1 Mio. Zeitschriftenartikeln (sofern er über offizielle Nutzungswege der Bibliothek läuft) analysiert. Dabei entfallen 80% der Nutzungen auf Bibliotheksabonnements bzw. -lizenzen, 10% auf frei verfügbare elektronische Zeitschriften, 5% auf eigene Zeitschriften (in print) und weitere 5% auf echte Open-Access-Zeitschriften, wie PLoS oder GMS. Abschließend hielt Obst fest, dass ... • ... kommerzielle Zeitschriften bestehen bleiben, • ... sich Open Access als zusätzliches Geschäftsmodell etablieren wird, • ... Bibliotheken weiterhin „normale“ Titel kaufen, aber auch Open Access unterstützen werden, • ... Open Access zentral finanziert oder vorgeschrieben werden muss, wenn es signifikant werden soll. „Die Zukunft von German Medical Science gestalten – Ideen, Kooperationen, Stra- tegien“ lautete das Thema, über das Ulrich Korwitz (Köln), Direktor der Deutschen
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