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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Erschließung 1176 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 11 wenn Bücher aus einer Autorenbibliothek zugleich als Komplement einer thema- tischen Sammlung dienen. Solche Exemplare stellen eine Art windows dar, über die Schnittstellen zwischen Sammlungen definiert werden können. Sammlungen und Teilsammlungen müssen in ihrem historisch gewachsenen Umfeld gesucht und identifiziert werden können, d.h. Sammlungsdatensätze und die zugehöri- gen Objektdatensätze gehören in eine Datenbank. Bislang gibt es keine Typologie, nach der Sammlungen in Bibliotheken benannt und geordnet werden können. Ansätze für eine solche Typologie finden sich in Karl-Siegbert Rehbergs Studie über den historischen Organisations- und Be- deutungswandel der Museen. Rehberg führt 14 Sammlungstypen auf, darunter Trophäen- und Beutesammlungen, Lehrsammlungen, fürstliche Sammlungen, Vorbildlichkeitssammlungen im Sinne von Mustersammlungen von Antiken und archäologischen Funden, Vereinssammlungen und Auktionshäuser.29 Diese Ideal- typen des Sammelns in Museen lassen sich durchaus auf Büchersammlungen übertragen, müssen aber ergänzt werden. Dabei sind Idealtypen in historisch gewachsenen Institutionen eher eine Ausnahme, und man wird – wie in den Uni- versalmuseen so auch in den Universalbibliotheken – in der Regel auf eine Mi- schung von Sammlungstypen treffen. Im Zusammenhang mit dem RSLP Collec- tion Description Project hat Andy Powell auch eine Liste von Sammlungstypen in sechs Gruppen (subject – form – special – dispersed – virtual – working collection) zusammengetragen.30 Die folgende, von Rehberg und Powell inspirierte Liste ist der Versuch, Sammlungstypen nach fünf Kategorien (Materialien, Themen, Funk- tionen, Zustände und Relationen) zu ordnen und passende Beispiele zu bilden. Die Gliederung der Sammlungstypen nach fünf Kategorien und die deutschen Übersetzungen aus dem Englischen sind vorläufig. 1. Materialien: Handschriften-, Inkunabel-, Karten-, Lehrbuch-, Mikrofilm-, Video- sammlung 2. Themen: Arbeiterbibliothek, Faustsammlung, Militärbibliothek 3. Funktionen: artifizielle Sammlung (artificial collection), Beute-, Forschungs-, Lehrsammlung; Projektsammlung (working collection), Widmungssammlung (honoraria collection), Autorenbibliothek, Privatbibliothek. Der Begriff working collection wird für eine Gruppe von Objekten verwendet, die temporär für ein Projekt, z.B. eine Ausstellung, eigens zusammengestellt wird. Werden die Daten in einem Sammlungsdatensatz abgelegt, können 29 Karl-Siegbert Rehberg: Schatzhaus, Wissensverkörperung und „Ewigkeitsort“. Eigenwelten des Sammelns aus institutionenanalytischer Perspektive. In: Barbara Marx, Karl-Siegbert Rehberg (Hg.): Sammeln als Institution. Von der fürstlichen Wunderkammer zum Mäzenatentum des Staates. München, Berlin 2006, S. XI–XXXI, hier S. XXVII. 30 Andy Powell: RSLP collection description: CLDT enumerated list of collection types, UKOLN, 2000, http://www.ukoln.ac.uk/metadata/rslp/types/.
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