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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Erschließung 1174 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 11 Materialien können so zumindest als Bestandsgruppe zugänglich gemacht wer- den, zumal wenn eine Erschließung des Materials auf Titel- oder Exemplarebene nicht möglich oder nicht angemessen ist.26 Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Beispielen für die Anwendung des RSLP-Me- tadatenschemas und anderer Standards, die mit Dublin Core zusammenhängen.27 Neben einem narrativen Teil der Beschreibung und der Möglichkeit, Listen der zur Sammlung gehörigen Exemplare anzeigen zu lassen, lassen die Standardisie- rungsregeln die Anlage der Beschreibung in Kurzform und ausführlicher Form zu; einzelne Attribute werden in normierter Form (Namen, Orte, Daten, Sachschlag- wörter) oder nach Vorlage bzw. im Freitext dargestellt. Am Beispiel der Beschrei- bung der digitalen Forschungssammlung NS-Raubgut in der HAAB Weimar soll – noch unabhängig von der Darstellbarkeit in einem Katalogsystem – demonst- riert werden, welche sammlungsbezogenen Inhalte in einem Bibliothekskatalog dargestellt werden sollen. Im Folgenden wird nur der narrative Teil der Beschrei- bung wiedergegeben, der über die Webseite „NS-Raubgut in der HAAB Weimar“ erreichbar ist.28 Die Sammlung wird auch über zvdd zugänglich sein. Jedoch ist eine strukturierte Darstellung der Sammlungsbeschreibung im Bibliothekskata- log, hier unter PICA, noch nicht realisierbar. Die digitale Forschungssammlung NS-Raubgut in der HAAB Weimar ist seit 2008 im Aufbau und enthält die Reste mehrerer Bibliotheken politischer, kultureller und religiöser Vereinigungen, öffentlicher Büchereien und pri- vater jüdischer Sammler. Diese Bibliotheken sind teils im Gesamtbestand der beiden Vorgängereinrichtungen der HAAB aufgegangen und zer- streut worden, teils bilden sie Teilsammlungen, die durch Überklebungen oder mehrfache Umsignierungen der Exemplare maskiert oder ab 1935 direkt zensiert worden sind. Anhand der zugehörigen, ebenfalls digitali- sierten Archivalien konnten diese Sammlungen identifiziert und dem NS- Kulturgutraub zugeordnet werden. Eine der Vorgängereinrichtungen war die Thüringische Landesbibliothek Weimar, die am NS-Kulturgutraub aktiv beteiligt war. Ihre Direktoren gehörten seit Mai 1939 zu den vom Reichsmi- nister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ernannten „Sachver- ständigen“ zum „Schutz des deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung (Mitnahme von Umzugsgut bei Auswanderung von Juden)“ (Z II a 1786/39 (b), aus: Goethe- und Schiller-Archiv, GSA 150/B 358). Dem systematisch betriebenen Kulturgutraub seit 1933 korrespondierte ein energisch voran- 26 DCRM Appendix (WG4): Collection-Level Cataloging Guidelines, Version 20030407, S. 1: http://www.rbms.info/committees/bibliographic_standards/dcrm/wg4jd030407.pdf. 27 Beispiele bei Milne (s. Anm. 2), S. 78. 28 http://www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/herzogin-anna-amalia-bibliothek /projekte/.
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