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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 2 117 Gemeinsam ist den BMCs und den SBs hingegen ihre Entstehung aufgrund ähnlicher historischer, staatlicher und verwaltungsorganisatorischer Reformen. Dabei werden die BMCs als Folge der Französischen Revolution gegründet, die dann auch in anderen Teilen Europas einen gesellschaftlichen Wandel heraufbe- schwört. Mit etwas zeitlicher Verzögerung bewirkt die Säkularisation in Bayern die Gründung der SBs. Konfiszierungen von adeligem und klerikalem Buchbesitz, geleitet von den Idealen der Aufklärung und Volksbildung, sind sowohl in Fran- kreich als auch in Bayern die Konsequenz. So verfügen beide Bibliothekstypen heute über umfangreiche Altbestände die jeweils zum nationalen bzw. landes- spezifischen Kulturgut zählen und daher eine zentrale Verwaltungseinheit in Paris bzw. München (BnF bzw. BSB) rechtfertigen. Von dort aus erfolgt eine zentrale bibliografische Erfassung, deren Grundlagen, gestützt durch das Pflichtexemplar- recht, in den jeweiligen Regionen gelegt werden. Der Aspekt der Heterogenität trifft sowohl für die französischen Stadtbibliotheken als auch für die bayerischen SBs zu. Dies betrifft in beiden Fällen vor allem Größe und Einzugsbereich. Während in Frankreich eine größere Zahl von Stadtbiblio- theken mit ebenfalls umfangreichen Altbeständen existiert, die nicht als BMCs gelten und so auch keinen Anspruch auf staatliche Subventionen haben, ist in Bayern die Situation der kleineren SBs, die nicht über Kooperationsmöglichkeiten mit einer ebenfalls am Ort befindlichen Hochschulbibliothek verfügen, bedenk- lich. Sowohl in Frankreich als auch in Bayern wird die regional ungleiche Verteilung der BMCs und SBs als Herausforderung für die Literaturversorgung erachtet (Kulman 1987: 46, Leskien 2000: 379). Die seit den 1970er Jahren in Frankreich vorhande- nen Dezentralisierungsbestrebungen und Regionenstärkungen könnten mit der Auflösung der Generaldirektion der SBs parallelisiert werden. De facto sind die Leitungsposten der BMCs jedoch weiterhin mit Staatsbeamten besetzt und die Aufgaben der Generaldirektion gegenüber den SBs werden heute von der BSB wahrgenommen. In Paris und München erfolgt also weiterhin die Bündelung der Interessen. Es kann daher höchstens von einem vorsichtigen Abbau zentraler Strukturen aus Effizienzgründen, nicht aus Gründen eines offensichtlichen Um- strukturierungsbedürfnisses in Bezug auf das Bibliothekswesen in Frankreich oder Bayern die Rede sein, was in einem ganzen Land sicherlich eine größere Her- ausforderung darstellen würde als in einem einzelnen Bundesland. lange Zeit hinweg einen Austausch mit der BMC Dijon pflegte. Hierbei wurde u.a. ein jährlicher gegenseitiger Büchertausch im Wert von 500 DM unternommen. Da diese Art von Kultur- und Bibliotheksaustausch sehr aufwendig ist und die personellen Resourcen knapp sind, hat man sie leider nicht weiterpflegen können. Für diese Informationen danke ich Herrn Michael Real (Stadtbibliothek Mainz).
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