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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 11 1167 des Angebots zu begegnen, wurde ein wiederum an Dublin Core orientiertes vascoda Collection-level Description Application Profile entwickelt. Für die an vas- coda beteiligten Fachportale und die eingebundenen Datenbanken und Kataloge wurden Sammlungsbeschreibungen erzeugt, die jeweils die bibliografischen, ad- ministrativen und institutionellen Sammlungsdaten zusammenfassend in einem Tableau darstellen, das wie ein Vorspann zu den einzelnen Metadaten der Objekte aufgerufen werden kann. Diese Übersichten informieren in knapper Form nicht nur über die Inhalte, sondern auch über die Kontexte (Überlieferung, Verwaltung) und Beziehungen der Sammlungen (sub-, super-, associated collection). Es ist davon auszugehen, dass die vascoda-Sammlungsbeschreibung maßgeblich die Konzep- tion und Implementierung von Sammlungsbeschreibungen in Deutschland prä- gen wird. Das Erschließungsdefizit, das die Präsentation digitaler Sammlungen in Portalen zutage gefördert hat, scheint auch auf einen unzureichend entwickelten biblio- thekarischen Sammlungsbegriff zurückzugehen, der – wie im Folgenden zu zei- gen ist – eng mit dem Begriff der Serie verknüpft ist. 3. Was ist eine Sammlung? Dublin Core und andere Standards sammlungsspezifischer Erschließung verwen- den eine vermeintlich einfache, weil ganz allgemeine Definition von Sammlung: „Anhäufung von Objekten“ (aggregation of items).10 Der Charme dieser Definition liegt in dem universellen Charakter, der es möglich macht, den Begriff in diver- sen Kontexten anzuwenden, z.B. auf physische und digitale Objekte aller Art, in Bibliotheken, Archiven und Museen. Doch ist diese Unbestimmtheit zugleich eine Schwäche der Definition, da sie eben wenig darüber aussagt, was Sammlun- gen ausmacht und uns veranlasst, sammlungsspezifische Erschließungsmodelle zu entwerfen. Aus der Fülle der alltags- und fachsprachlichen Definitionen von Sammlung sollen daher drei Definitionen hervorgehoben werden, die zentrale Merkmale des Sammlungsbegriffs benennen.11 Daran anknüpfend soll dann eine auf Bibliotheken abgestimmte Definition des Sammlungsbegriffs vorgeschlagen werden. Nach Walter Durost ist eine Sammlung grundlegend durch die Bedeutung be- stimmt, die der Besitzer den Objekten zuschreibt. „Wenn der vorherrschende Wert 10 Dublin Core Collection Description Task Group: Dublin Core Collections Application Profile, http://dublincore.org/groups/collections/collection-application-profile /2007-03-09/, S. 3: „A collection is an aggregation of items. The term collection means that the resource is described as a group; its parts may be separately described and navigated.” 11 Vgl. Susan M. Pearce: On collecting. An investigation into collecting in the European tradition. London, New York 1995, S. 20–27.
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