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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Erschließung 1162 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 11 Sammlungsspezifische Erschließung Die Wiederentdeckung der Sammlungen in den Bibliotheken Jürgen Weber Die Präsentation digitaler Sammlungen in Internetportalen, etwa im Zentralen Verzeichnis Digitalisierter Drucke und in vascoda, hat auf ein Erschließungsdefizit in bibliothekarischen Katalogen aufmerksam gemacht. Es fehlen Datensätze, die zusammengehörige Materialien, die einzeln auf Titel- und Exemplarebene erschlossen sind, summarisch als Bestandsgruppen und Sammlungen beschrei- ben. Mit Hilfe solcher Sammlungsdatensätze können nicht nur administrative und kontextbezogene Informationen, wie z.B. der rechtliche Status der Erwerbung, der Erschließungsgrad und die Überlieferungsgeschichte einzelner Sammlungen, sondern auch deren strukturelle Beziehungen zu über- und untergeordneten und verwandten Sammlungen abgebildet werden. Eine Beschreibung auf Samm- lungsebene kommt aber auch für noch unbearbeitete Bestände in Frage, die so erstmals zugänglich gemacht werden können. In diesem Beitrag werden Definitionen des Sammlungsbegriffs und Standards sammlungsspezifischer Erschließung vorgestellt. Außerdem wird ein Vorschlag zum Aufbau einer Sammlungstypologie für Bibliotheken gemacht. 1. Erschließung auf Sammlungsebene Bernhard Fabians Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland ist als Ergänzung einer retrospektiven Nationalbibliografie konzipiert. Die Elementar- einheit der Inventarisierung bildet hier nicht der einzelne Titel, sondern – und das war Anfang der 1990er Jahre ungewöhnlich – die Bestandsgruppe, wie sie sich in der Bibliothek vorfindet. Das Handbuch beschreibt Sammlungen und Teilsamm- lungen anhand eines Schemas nach Merkmalen, wie z.B. Umfang, Erschließungs- grad, Themenschwerpunkten und Überlieferungsgeschichte. Auf diese Weise können Sammlungen in Bibliotheken im Überblick verglichen und mit Hilfe eines Registers institutionenübergreifend recherchiert werden. Aus der Sicht Fabians erscheinen Bibliotheken so als „Archive neuer Art: Knotenpunkte geistiger Netze, deren Verknüpfungen noch zu untersuchen sind.“1 Damit ist bereits 1992 das Pro- gramm einer Erschließung von Bibliotheksbeständen auf Sammlungsebene auch in Deutschland vorgegeben. 1 Bernhard Fabian: Vorwort zu: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutsch- land. Hg. von Bernhard Fabian, Bd. 3, Hildesheim [u.a.] 1992, S. 9–11, hier S. 9.
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