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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 2 107 lichste Département davon bereits alleine schon über fünf BMCs verfügt (Lille, Douai, Cambrai, Roubaix und Valenciennes). Somit gelten beispielsweise die Bre- tagne und Gebiete im Südwesten und Südosten als unterversorgt (Hillen/Nilges 1992: 169).31 Neben Guys Beobachtung (1991: 299), dass es offenbar kaum Bemühungen um ausgearbeitete Erwerbungsprofile und Erwerbungsstrategien vor allem auch im Hinblick auf Kooperationen mit ortsansässigen Universitätsbibliotheken gibt, scheint eine große Herausforderung für die BMCs in der Tatsache zu liegen, dass ihre Altbestände sich nicht immer nur aus Buchbänden zusammensetzen. Simon (1986: 56) verweist darauf, dass bei den Konfiszierungsmaßnahmen auch andere Güter aus ehemals privatem oder kirchlichem Besitz Eingang in die Magazine der BMCs gefunden haben. Entsprechend ergeben sich die unterschiedlichsten Anfor- derungen an die Restaurierung. Außerdem ist man um die Ergänzung des Altbe- stands und Schließung von Bestandslücken durch gezielte Ankäufe bemüht und ist so auf die finanzielle Unterstützung der DLL und die beratende Unterstützung der BnF angewiesen, wenn es um Sicherheitsverfilmungen und Digitalisierungen geht.32 Neben der Pflege der Altbestände müssen auch Mittel für den Ankauf mo- derner Fachliteratur bereitgestellt werden. Die Doppelfunktion, die sich daraus für die BMCs ergibt, war zu allen Zeiten eine Herausforderung (Oursel 1925: 5). Erfüllt wird diese Doppelfunktion auch von einer Reihe weiterer BMs, die nicht das Prädikat „classée“ im Namen führen, aber dennoch über große Altbestände verfügen. Diese Gruppe von Stadtbibliotheken kann nicht auf staatliche Subven- tionen rekurrieren, was für die Kulturgutwahrung ein nicht zu vernachlässigendes Problem darstellt (Hillen/Nilges 1992: 172). Aus diesem Grund gab es seit 1968 immer wieder, bisher leider erfolglose Be- mühungen, den Kreis der BMCs zu erweitern. Es handelte sich dabei um Überle- gungen, die Klassifizierung nicht nur nach dem Vorhandensein eines Altbestan- des, sondern auch nach den Dienstleistungsangeboten der jeweiligen Bibliothek 31 S. dazu auch Oddos 1997: 145f. 32 Eine BMC, die für den Bereich der Digitalisierung von alten Drucken und Handschriften im Augenblick besondere Anstrengungen unternimmt, ist die Stadtbibliothek von Troyes: http://www.mediatheque-agglo-troyes.fr/bmtroyes/num/num_pres.html (20.11.2008). Außerdem befindet sich auf dem Server des französischen Kultus- ministeriums die Datenbank „Enluminures“ (http://www.enluminures.culture.fr /documentation/enlumine/fr/index3.html, 20.11.2008), mit der ca. 14.000 Bilder zu Initialen und Miniaturen aus Handschriften, die in den einzelnen Stadtbibliotheken verwahrt werden, digital recherchierbar sind. Im Rapport Annuel 2006 de l‘Inspection Générale des biblioth?ques von 2007 (S. 41ff.) wird außerdem über von der Regierung unterstützte Digitalisierungsprojekte im Bereich der Kulturgutbewahrung berichtet: http://lesrapports.ladocumentationfrancaise.fr/BRP/074000468/0000.pdf (21.11.2008)
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