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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Notizen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 10 1051 schung nur schwer zugänglich, wenn sie überhaupt erschlossen sind. Zwar führen viele Bibliotheken dazu interne Verzeichnisse in variierender Form, über deren In- halt sie bei Anfragen gerne Auskunft geben. Allerdings bedeuten solche Anfragen nicht nur für die Nutzer, sondern auch für die Bibliothekare einen nicht zu unter- schätzenden Zeitaufwand. Inzwischen weisen deshalb einige Bibliotheken – wie die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar oder die Herzog August Biblio- thek in Wolfenbüttel – solche Daten in ihren lokalen OPACs nach. Dies nahmen im Jahr 2007 mehrere Altbestandsbibliothekare des HeBIS-Verbunds zum Anlass, eine Adhoc-Arbeitsgruppe „Kooperative Provenienzerschließung“ zu gründen. Man wollte damit die Aktivitäten in diesem Themenfeld besser miteinander ab- stimmen und einigte sich schnell darauf, entsprechende Daten zukünftig in den Verbundkatalog einzuspielen und dort übergreifend recherchierbar zu machen. Die Daten sollen längerfristig auch anderen Verbünden zur Verfügung stehen und untereinander genutzt werden können. Als einer der ersten Schritte wurde bereits 2008 die Mailingliste „Provenienzen“ ins Leben gerufen, die von der HeBIS-Ver- bundzentrale betreut wird und die sich einer beständig wachsenden Abonnen- tenzahl erfreut. Die Arbeit der Adhoc-AG wird in Zukunft von der AG „Historische Bestände“ im HeBIS-Verbund fortgesetzt, die sich im Juni 2009 konstituiert hat. Begleitend zu den Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft wurden und werden im- mer wieder ungeklärte Provenienzen diskutiert. Besonders schwierig sind dabei gerade handschriftliche Provenienzangaben oder Evidenzen zu entschlüsseln, weil es von der Hand des Besitzers oft keinerlei weitere Schriftprobe gibt, die zum Vergleich herangezogen werden könnte. Eine besondere Herausforderung stellen Abkürzungen aus den verschiedensten Kontexten dar. Ein grundsätzlicheres Pro- blem ist zudem, dass Bibliothekare beim Lesen der zahlreichen älteren Schriften, die sich über die Jahrhunderte freilich ständig veränderten, oft über weitaus we- niger Routine verfügen als etwa Archivare. Denn die archivalische Ausbildung räumt für paläographische Fragen naheliegenderweise deutlich mehr Zeit ein. Um hier Abhilfe zu schaffen, verständigte sich die AG darauf, eine Fortbildung anzuregen, die besonders auf Altbestandsbibliothekare des gehobenen und hö- heren Dienstes abgestimmt sein sollte. Dieser Zielgruppe sollte in komprimierter Form das erforderliche Rüstzeug an die Hand gegeben und damit die notwen- digen Schlüsselqualifikationen vermittelt werden, um zukünftig die eigene Er- schließungsarbeit nachhaltig zu vereinfachen. Die Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung des HeBIS-Verbunds war bereit, das Projekt zu unterstützen, und übernahm die Koordination. Als besonders erfreulich erwies sich, dass mit den beiden Dozenten sowohl ein Archivar als auch eine Altbestandsbibliothekarin ge- wonnen werden konnten: Dr. Matthias Jehn, der Leiter des Archivzentrums der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main, und
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