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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Erschließung 1032 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 10 Damals in den 1970er Jahren fristeten die Experten für Information Retrieval, ein weiteres Forschungsfeld der Informatik, noch ein Schattendasein. Als im Word- Wide-Web endlich viel Text verfügbar war, traten sie ab Mitte der 1990er Jahre aus dem Schatten, zeigten ihre Stärken. Google ist wohl heute weltweit vielleicht die bekannteste Marke nach Coca Cola, auch wenn Google hier noch zur Kategorie des „weniger begabten Sammlers“ zählt. Kataloganreicherung, wie seit 2002 von der Gruppe um dandelon.com betrie- ben, versucht Information-Retrieval-Technologie mit den relationalen Daten- banksystemen der Bibliotheken zusammenzubringen. Dazu werden mehr Daten benötigt als die bisherigen bibliothekarischen Titelbeschreibungen hergeben. Sprachverarbeitungskonzepte sind notwendig, um die Vielfalt der Sprache wie- der einzufangen und neue Konzepte für die Anzeige dieser Texte. Die alten Kon- zepte der inhaltlichen Gruppierung – hierarchische Bäume (Systematiken) bzw. polyhierarchisch und assoziativ vernetzten Schlagworte – können für die Suche hinterlegt oder für die Anzeigesortierung genutzt werden. Kataloganreicherung ist die derzeit technisch sinnvolle Voraussetzung zum Ein- satz von moderner Information-Retrieval-Technologie in Bibliotheken. Deren Ein- satz ist bei Bibliotheksverbünden auf dem Vormarsch; die Einzelbibliothek ist da- rin zunehmend nur noch eine virtuelle Sicht auf weit größere Datenkollektionen. Die maschinelle Indexierung – mit linguistischen und/oder statistischen Metho- den – ist ein mögliches Verfahren in Information-Retrieval-Systemen, dessen Re- sultate auch direkt in OPAC-Systemen nachgenutzt werden kann und damit auch dort eine Recherche auf breiterer terminologischer Basis gestattet. Diese Erwei- terung des OPACs um die maschinellen Indexierungsergebnisse stand bei der Vorarl berger Landesbibliothek, dem Pionier unter den „Kataloganreichern“ und wohl noch immer größten Einzel-Produzenten, schon 2002 vor der Anzeige der Inhaltsverzeichnisse im Vordergrund. Alle dandelon.com-Bibliotheken überneh- men die maschinelle Indexierung in ihre Kataloge. Schon bald zeigte sich aber im jeweiligen Bibliothekssystem das fehlende Ranking. 2004 startete deshalb „dandelon.com“. Die maschinelle Indexierung wird in homöopathischer Dosis in den HEBIS-Katalog übernommen. Für die DNB hat Frau Dr. Niggemmann auf dem Bibliothekartag 2009 in Erfurt die maschinelle Indexierung, Klassifizierung, Extraktion weiterer Metadaten und die Ergänzung um zusätzliche Daten – auch abweichend von bisherigen Normdateien – als Projekt angekündigt und deren Übernahme in den Katalog ist ein Meilenstein. Die DNB kündigt damit den Pers- pektivenwechsel der bibliothekarischen Sicht hin zur Sicht des Endbenutzers an. Dieser will und benötigt im internationalen Wettbewerb reiche, nützliche Katalo- ge bzw. Bibliotheken! Seit 2003 entwickelten das BSZ, das HBZ, der Bayerische Verbund, der Österrei- chische Bibliothekenverbund und die ETH Zürich sowie drei weitere Anbieter von
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