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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 10 1013 men der Zusammenarbeit. Wie vermeidet man den Strohfeuer-Effekt der anfäng- lichen Begeisterung für Blogs, Wikis oder Kommunikationsforen, der oft Ernüch- terung folgt? Eine universelle Lösung gibt es nicht: nur sensibles Eingehen auf die jeweilige Organisationskultur führt zum Ziel. Beide Referenten betonten, dass der Einsatz von Wissensmanagement als offener Prozess angelegt ist, der laufende Veränderungen mit sich bringt. Die Präsentation zur Fallstudie in Vlissingen von Karolien Selhorst ist online verfügbar.23 Die Veranstaltung am Dienstag (gemeinsam mit den Sektionen Library and Re- search Services for Parliaments und Information Technology) stellte Werkzeuge und Methoden vor, die das „Social computing“ (kooperative Computer-Nutzung) für gemeinsames Lernen und das Teilen von Wissen erleichtern. Von der kleinen Firma in Südafrika bis zu Parlamentsbibliotheken in Chile und Neuseeland reich- te das Spektrum der Präsentationen. Wichtig war der Hinweis, dass man es nicht übertreiben sollte mit der Gruppenbildung im Internet: nicht jede/r begegnet gern der Chefin als Facebook-Freundin! In Chile ist es der Parlamentsbibliothek24 gelungen, sowohl Jugendliche als auch ältere Bürger durch jeweils auf deren Kommunikationsgewohnheiten abgestimm- te Angebote im Internet zu erreichen. Am Anfang stand der Auftrag des Parla- ments an die Bibliothek, der Politikverdrossenheit im Land entgegenzuwirken. Es waren mehrere Jahre intensiver Arbeit nötig. Die Mitarbeiter der Bibliothek und auch die Abgeordneten mussten sich an neue Aufgaben und neue Offenheit ge- wöhnen. Jetzt kann man zum Beispiel im Internet sehen, welche Abgeordneten für bestimmte Gesetze votiert haben, und wer dagegen war. Mit einem weiteren Mausklick können die Bürger ihre Abgeordneten fragen, wie deren Meinung zu konkreten Themen aussieht. Natürlich waren auch finanzielle Investitionen nötig, zum Beispiel für Workshops mit Vertretern der Zielgruppen und für die Webseite selbst. Es gab keinen festen Etat, sondern der Veränderungsprozess selbst brachte kleinere und größere Projekte hervor, die das Parlament jeweils finanzierte. Die Bibliothekare sind nun geübt in der Lobbyarbeit für die eigene Sache, und alle Abgeordneten wissen um die wichtige Rolle der Bibliothek. Die Veranstaltung am Donnerstag versammelte unter dem Titel „Knowledge Ad- vocacy“ (aktiver Einsatz für das Wissen) theoretische Überlegungen und prakti- sche Fallstudien zur Umgestaltung von Bibliothekssystemen in Universitäten. Re- ferentinnen aus dem Iran, aus Italien und Mexiko berichteten, dass Bibliothekare, gerade in Universitäten, durch eine „digitale Spaltung“ von ihren Kunden getrennt sind. Studenten und jüngere Wissenschaftler lernen und arbeiten anders: weniger textbasiert, weniger langfristig, oft auch weniger gründlich. Bibliotheken müssen Defizite auffangen, die von den Kunden nicht als solche wahrgenommen werden. 23 http://www.slideshare.net/KarolienSelhorst/km20-in-libraries 24 http://www.bcn.cl/
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