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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue42.2008 (Rights reserved)

Informationsvermittlung Themen Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 8/9 881 kategoriale Bildung nach Klafki darauf beruht, dass ein Individuum sich nur selbst bilden kann, wenn es sich als Gegenüber der Welt, die bildend wirken soll, be- greift. Bildung ist kategorial in dem Sinne, dass dem Menschen sich eine Wirklichkeit ka- tegorial erschließt und der Mensch für eine Wirklichkeit erschlossen ist. Anders ge- sprochen: Beide Dimensionen müssen zusammenkommen, Lernen vollzieht sich stets in der Auseinandersetzung mit bestimmten Unterrichtsinhalten, die indes einer didaktischen Analyse nach fünf Seiten hin bedürfen, um bildungswirksam zu sein: Exemplarische Bedeutung, Gegenwartsbedeutung, Zukunftsbedeutung, Struktur des Inhalts und Zugänglichkeit. Klafki verlangt diese didaktische Analyse4 für jeden Unterrichtsinhalt. Aber auch in der neueren Didaktik5 ist es eigentlich unstrittig, dass bei Lehr-Lern- prozessen deklaratives Wissen (Kenntnisse), prozedurales Wissen (Fertigkeiten) und Einstellungen (Haltungen) aufeinander verwiesen sind und dass – in Abhän- gigkeit von den jeweiligen Rahmenbedingungen der betreffende Lehrveranstal- tung (Gruppengröße, Raum, Zeitrahmen usw.) und den gesteckten Lernzielen – nicht nur ein einziger didaktisch-methodischer Ansatz praktiziert werden sollte, sondern ein sinnvoller Mix aus verschiedenen Lehr-Lern-Verfahren. 3. Behavioristische und kognitive Lehr-Lern-Theorien Generell wird zwischen behavioristischen Lerntheorien, denen es um die Beob- achtung und Veränderung des Verhaltens geht, und kognitiven Lerntheorien, die sich mit den Leistungen des Gehirns beschäftigen und eher auf Wissenserwerb abzielen, unterschieden. Steht im Zentrum der behavioristischen Lernansätze das Stimulus-Response-Modell und dazwischen die Black Box (innere Prozesse im menschlichen Gehirn), so zielt der Kognitivismus gerade auf die innerseelischen Vorgänge, also das Fühlen, Denken, Wollen, die Ideen, Wünsche usw., also auf die Prozesse der Informationsverarbeitung. 4 Die didaktische Analyse beinhaltet in ihrer heute verbreiteten Form die Reflexion der Bedingungsfelder (externe wie beispielsweise die gesellschaftlichen oder die institutionellen Bedingungen, interne wie die Motivation und die Lernvoraussetzungen) sowie die Entscheidungen hinsichtlich des Zeitrahmens, der Lernziele, der Lerninhalte, der verwendeten Methoden und der eingesetzten Medien. Viele Anregungen für Bibliothekskurse dazu bietet Detlev Dannenberg; siehe u.a. zur didaktisch fundierten Planung: Dannenberg, Detlev; Haase, Jana 2007: In 10 Schritten zur Teaching Library – erfolgreiche Planung bibliothekspädagogischer Veranstaltungen und ihre Einbindung in Curricula, in: Krauß-Leichert, Ute (Hg.), Krauß-Leichert, Ute (Hg.): Teaching Library – eine Kernaufgabe für Bibliotheken. Frankfurt a. M. usw. : Peter Lang, 2007, S. 101–135 5 Vgl. dazu den Überblick bei: Kron, Friedrich W.: Grundwissen Didaktik. 5. Aufl. München ; Basel : E. Reinhardt, 2008 (UTB 8073 : Pädagogik).
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