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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Informationsvermittlung Themen Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 7 743 forderungen, die das jeweils zu lösende Problem (z.B. Auftragsforschung) mit sich bringt, und aus dem pragmatischen Charakter der Forschungstätigkeit selbst.18 Demgegenüber stehen in den durch eine andere Forschungstradition geprägten Geistes- und Sozialwissenschaften hinsichtlich der Verfügbarkeit einer Informati- on andere Probleme im Vordergrund als das des Zeitdrucks.19 Häufig wollen und können diese Fachdisziplinen nicht auf die Kenntnisnahme von Quellen verzich- ten, „sondern zusätzliche Quellen erschließen, was auch damit zusammenhängt, dass sich in stark individualisierten geisteswissenschaftlichen Fachgebieten ein allgemeingültiger Kanon von Literatur, der den Umfang der relevanten Literatur objektiv begrenzt, kaum festmachen lässt“.20 Gerade hier haben theoretische informationswissenschaftliche Forschungsfelder wie das „Information retrieval dilemma“21 eine durchaus praktische Bedeutung, denn häufig ist es gerade eine seltene oder unübliche Quelle, die im Fokus der Forschenden liegt. 4. Beobachtungen zum Informations- und Suchverhalten Die weiteren Ausführungen zum Informations- und Suchverhalten von poten- ziellen Nutzern einer wissenschaftlichen Bibliothek basieren auf einer empirischen Studie zur Informationskompetenz von Schülern und Studierenden, die im Win- tersemester 2005/2006 von dem Regensburger Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Ruprecht Hochholzer zusammen mit dem Regensburger Informationswissen- schaftler Prof. Dr. Christian Wolff durchgeführt wurde. Ziel dieser Fragebogener- hebung war es, Ergebnisse über den Qualifikationsbedarf auf verschiedenen Bil- dungsstufen zu erhalten und Rückschlüsse für die Herausbildung von Standards der Informationskompetenz zu gewinnen. Die Studie steht im Zusammenhang mit dem erstmalig an einer deutschen Hochschule angebotenem Lehrangebot „Informationskompetenz“, das an der Universität Regensburg in Kooperation der Institute für Germanistik und Medien-, Informations- und Kulturwissenschaft so- wie der Universitätsbibliothek als frei kombinierbares Nebenfach zum Angebot akademischer Studiengänge zählt.22 Der fünfseitige Fragebogen setzte sich insgesamt aus 22 Fragen zusammen, die unterschiedliche Aspekte der Informationskompetenz beleuchten. Im Rahmen 18 Vgl. Boekhorst et al., Fußnote 2, S. 90f. 19 Vgl. Boekhorst et al., Fußnote 2, S. 10–12. 20 Vgl. Boekhorst et al., Fußnote 2, S. 10. 21 Vgl. Cole, C.: Information Acquisition in History Ph.D. Students: Inferencing and the Formation of Knowledge Structures. In: Library Quarterly, 68 (1998), H. 1, S. 41. 22 Siehe hierzu Iki, N.: Die Regensburger Studieneinheit ‚Informationskompetenz (information literacy)’ (INK) – eine Kooperation von Bibliothek und Universität. In: Bibliotheksdienst 36 (2006), H. 5, S. 619–624.
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