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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue42.2008 (Rights reserved)

Themen Informationsvermittlung 740 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 7 2. Informationsüberflutung und Informationsverzicht Eines der schwierigsten Probleme bei der Suche nach Fachinformation liegt in der Bewältigung der Informationsflut, die vor allem durch das Internet entstan- den ist.4 Das Phänomen der Überlastung mit Informationen wird in der Literatur meist sehr allgemein als „Information overload“5 oder „Information anxiety“6 be- zeichnet. Gemeint sind damit die Angst und das Unbehagen der Benutzer, bei Internetrecherchen eine solche Fülle an unterschiedlichen Informationen zu er- halten, die von einer einzelnen Person in der Regel nicht mehr verarbeitet werden können.7 Die Hauptursache des „Information overload“-Problems kann dabei von zwei Seiten her betrachtet werden, die beide für die Sicht der wissenschaftlichen Bibliotheken von enormer Bedeutung sind.8 Zum einen sind die Ursachen die- ser Erscheinung im (Über-)Angebot an Information zu suchen und zum anderen auf der Seite derjenigen, die bei der Nachfrage der großen Informationsmenge Schwierigkeiten haben, die geeigneten Informationen herauszufiltern.9 Während bei einem nachfrageinduzierten Overload-Problem die Ursache überwiegend in der schwach ausgeprägten Informationskompetenz der Benutzer zu sehen ist, so übersteigt im Fall des angebotsinduzierten Overload-Phänomens das Informati- 4 Vgl. Boekhorst et al., Fußnote 2, S. 4. 5 Vgl. u.a. Melgoza, P. / Mennel, P. / Gyeszly, S.: Information overload. In: Collection Building, 21 (2002), H. 1, S. 32–42; Goulding, A.: Information Poverty or Overload? (Editorial). In: Journal of Librarianship and Information Science, 33 (2001), H. 3, S. 109–111; Barry, C.: Information Seeking in an Advanced IT Culture: A Case Study. In: Vakkari, P. / Savolainen, R. / Dervin, B.: Information Seeking in Context: Proceedings of an International Conference on Research in Information Needs, Seeking and Use in Different Contexts, London 1997, S. 236–256; Wilson, P.: Unused Relevant Information in Research and Development. In: Journal of the American Society for Information Science and Technology, 46 (1995), H. 1, S. 45–51. Goulding (2001) betrachtet das Overload-Phänomen differenzierter und unterschei- det zwischen den „Information rich“, den „Information poor“ und den „Information burdened“ als drei Stationen auf einem Kontinuum. Zudem weist Goulding auf das „Information Fatigue Syndrome“ als Folge der Informationsüberlastung hin. 6 Vgl. Wurman, R.: Information Anxiety: What to Do When Information Doesn’t Tell You What You Need to Know, New York 1990. 7 Vgl. Hochholzer, R. / Wolff, C.: Informationskompetenz – Status quo und Desiderate für die Forschung, Regensburg 2006, (02-10- 2007), S. 5. 8 Vgl. Boekhorst et al., Fußnote 2, S. 4. 9 Vgl. BMBF, Fußnote 2, S. 65.
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