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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Aus der BID Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 1 7 Der akuten Bedrohung der physischen Substanz (Alterungs- und Zerfallprozess) von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen muss mit Verfilmungs-/Digitalisie- rungsbzw. Entsäuerungsmaßnahmen begegnet werden.226 Das gilt insbesondere für das schriftliche Kulturgut von nationaler und internationaler Bedeutung. Dar- über hinaus darf nicht vergessen werden, dass die Sicherung ausschließlich digital vorhandener Inhalte eine Zukunftsaufgabe ist. Die Computer- und Speicherme- dientechnologien verändern sich sehr schnell. Wissenschaftliche Bibliotheken mit ihrem expliziten Sammlungsauftrag stehen vor der Aufgabe sicherzustellen, dass auch in Jahrhunderten noch die Inhalte in lesbarer, das heißt abrufbarer Versi- on vorhanden sein müssen. Diese Aufgabe stellt sich umso mehr, wenn Biblio- theken Lizenzen für digital präsentierte Zeitschriften erwerben, die oftmals nur auf den Servern der Verlage vorhanden sind. Es ist noch offen, wie Bibliotheken ihrem Auftrag, über Generationen hinweg Literatur bereitzustellen, nachkommen können, wenn sie darauf angewiesen sind, dass Verlage vorhandene Inhalte über Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte hinweg digital bereitstellen. Angesichts dieser Bestandsaufnahme plädieren die Experten für eine rechtliche und strukturelle Präzisierung der deutschen Bibliothekslandschaft. Es fehle den Bibliotheken auch an gesellschaftlicher Wertschätzung und an Anerkennung ih- rer Leistungen für Bildung und Kultur. Bildungsinstitutionen und kommunale Bibliotheken müssen organisatorisch, strukturell und rechtlich so vernetzt werden, dass eine spartenübergreifende Kooperation die Umsetzung von bildungs- und kulturpolitischen Zielen ermög- licht. Insbesondere können Bibliotheken im Bereich der (kulturellen) Bildung für Kinder und Jugendliche, Erwachsene sowie Migranten einen großen Beitrag leisten. Bibliotheken bieten Orientierung in der Informationsflut und sichern die Qualität der Informationen. Sie können einen freien und kostengünstigen Zugang zu Print-, elektronischen Medien und digitalen Ressourcen gestatten und so der digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen wirken. Damit dies gewährleistet werden kann, müssen Bibliotheken aber auch verstärkt nutzerfreundlich arbeiten können (Öffnungszeiten, Veranstaltungsangebote etc.). Eine spartenübergreifende Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen – wie zum Beispiel vorschulischen Einrichtungen, Schulen oder Institutionen des le- benslangen Lernens – mit Bibliotheken kann Synergieeffekte für Institutionen und bildungspädagogische Vorzüge für Nutzer bieten. Die hierfür notwendige grundsätzliche Betrachtung der Bibliotheken als Institutionen der (kulturellen) Bildung findet vielerorts schon statt und sollte zum Vorbild für die gesamte Biblio- 226 Die Bayerische Staatsbibliothek ist neben der Staatsbibliothek zu Berlin und der Deutschen Nationalbibliothek in Deutschland mit 3,3 Millionen geschädigten Büchern am stärksten betroffen und ist bemüht, die wichtigsten Dokumente im Original zu sanieren oder in eine Sekundärform (Verfilmung) zu übertragen.
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