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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Themen Technik 678 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 6 gehensweise unvollständig (z.B. Defizite bei der Archivierung „grauer Literatur“) und meist nur konventionell ermittelbar. Ein Prozess, der der Bedeutung elektro- nischer Dokumente für die Forschung gerecht werden will, muss neben der Archi- vierung auch die Nutzung in stärkerer Weise als bisher zum Ziel haben. Der zeitnahe Download von E-Publikationen käme einer „wissenschaftlichen Vor- ratsdatenspeicherung“ gleich, da die sofortige Speicherung der Publikationen mit Basisinformationen (z.B. Ort und Datum des Downloads) auch die spätere vollständige bibliothekarische Erschließung (z.B. Formal-, Sachkatalogisierung) ermöglichen würde. Die gegenwärtige Situation fordert ein baldiges Handeln, weil neben der reinen Papierversion immer öfter Publikationen parallel als Pa- pier- und E-Publikation oder als originär elektronische Variante erscheinen. Hier- bei folgte man in der Regel nicht nur finanziellen Erwägungen, sondern auch dem Umstand, dass es eine schnelle Form des Publizierens darstellt. Leider wird immer noch uneinheitlich gehandhabt, wie in den publizierenden Organisationen die Bewahrung der Überlieferung durch Archivierung der elektronischen Publikati- onen in digitalen Bibliotheken geregelt wird.7 Noch zu oft kommt vor, dass nach dem Prinzip „publicate and forget“ verfahren und mit aktuellem Bezug publiziert, zeitweise elektronisch angeboten und irgendwann gelöscht wird.8 Der Verlust kul- tureller Überlieferung ist somit vorprogrammiert und kann nur durch sofortiges bibliothekarisches und/oder fachwissenschaftliches Handeln gestoppt werden. Im Verlaufe der letzten Jahre fand auch eine immer stärkere Eingrenzung von einer Vielzahl verschiedener Formate (z.B. HTML, DOC, RTF, PDF) auf das PDF- Format für Online-Publikationen statt.9 Manche Organisationen publizieren ihre 7 Als Ausnahme kann z.B. die digitale Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn (http://library.fes.de/library/fr-digbib.html [10.05.08]) gesehen werden. Alle Abtei- lungen der Stiftung liefern ihre elektronischen Publikationen zentral ab. Zusätzlich ist es möglich, über Google-Suche nach Begriffen in PDF- und HTML-Dokumenten der digitalen Bibliothek zu suchen; das Angebot, RSS-Feeds zu abonnieren, eröffnet die Möglichkeit, über Neuerscheinungen eines Teilgebietes regelmäßig informiert zu werden. Leider ist diese Situation eine Ausnahme, da nur zu selten die Netz- publikationen so komprimiert und recherchierbar angeboten werden. 8 So erklärte eine britische Gewerkschaftsbibliothekarin vor 5 Jahren dem Verfasser, dass beispielsweise die britische Labour-Party ihre E-Publikationen etwa 3 Jahre auf ihrer Website präsentiert, dann diese aber – ohne sie zu archivieren – einfach löscht. Seit einiger Zeit werden aber wichtige Websites britischer Organisationen, auch die der Labour Party (URL: http://www.webarchive.org.uk/tep/10777.html [23.04.08]), etwa halbjährig durch das „UK Web Archiving Consortium“ (u.a. Beteiligung der British Library und des National Archive) gesichert. 9 Zum PDF/A-Format: http://www.pdfa.org [12.05.08]. Literatur zum PDF: Oettler, Alexandra [u.a.]: PDF/A kompakt. Digitale Langzeitarchivierung mit PDF. Berlin 2007; Martins, Filipe Pereira [u.a.]: Adobe Acrobat 8 Professional. PDF-Workflow für Print-me- dien. Berlin 2007.
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