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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Themen Informationsvermittlung 406 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 4 auf einem Fragebogen. Wichtig ist dabei, Kritik zuzulassen und anzunehmen. Soll die Evaluation wirklich helfen, Schulungsangebote zu verbessern, nützt es nichts, Ausreden für ein schlechtes Ergebnis zu suchen oder dieses nicht ernst zu neh- men. Genauso falsch wäre es, eine freundliche Äußerung, ein Wort des Dankes oder ein großes Lob nicht anzunehmen, anstatt sich darüber zu freuen und als Motivation zu nutzen. Über das persönliche Annehmen der Ergebnisse hinausgehend, sollten die er- hobenen Daten gesammelt und ausgewertet werden. Das ergibt bei Methoden wie dem schriftlichen Kurzfeedback oder einem ausführlichen Fragebogen mehr Sinn als bei dem Plakat der Punkt-Abfrage. Auch mündliche Feedbacks wie die Blitzlicht-Methode sind für eine dauerhafte, statistische Auswertung weniger ge- eignet. Die Erfassung der Daten kann je nach Geschmack und Aufwand, der betrieben werden soll, in Statistik-Programmen wie SPSS, in Excel-Tabellen oder bei vor- nehmlich offenen Fragen in einfache Worddateien übernommen werden. Die UB Würzburg erfasst die Ergebnisse der Evaluationsbögen in Excel-Tabellen, mit denen sich die Daten mit einfachen Mitteln auch graphisch gut darstellen lassen. Über die Bildung von Mittelwerten lassen sich die Ergebnisse leicht miteinander vergleichen und über einen längeren Zeitraum beobachten. Neben den Mittel- werten kann die Streuung der einzelnen Beurteilungen zur Interpretation des Gesamtbildes herangezogen werden. Dadurch wird die Auswertung aufwen- diger und komplexer, in manchen Fällen aber auch aussagekräftiger. Dies gilt be- sonders bei einer großen Meinungs- und Urteilsvielfalt unter den Befragten. Ein Mittelwert ist anders zu bewerten, wenn die zugrunde liegenden studentischen Urteile in großer Zahl übereinstimmen, als wenn sie sehr heterogen sind. Die Antworten auf offene Fragen können graphisch zunächst nur schlecht darge- stellt werden. Die einzelnen Aussagen können aber zusammengetragen und in zusammengehörende Themenblöcke gruppiert werden. So kann z.B. festgestellt werden, ob einzelne Kritikpunkte häufig wiederholt werden oder ob etwas als be- sonders gut oder schlecht empfunden wird. Nun kommt es darauf an, aus den zusammengestellten Ergebnissen Konse- quenzen zu ziehen. Es gilt dabei das Prinzip, die Stärken der Veranstaltungen beizubehalten und auszubauen und die Schwächen der Veranstaltungen soweit wie möglich auszuräumen. Bei einzelnen Aspekten kann das mit relativ einfachen Mitteln umgesetzt werden, beispielsweise wenn bemängelt wird, dass der Dozent zu leise oder zu schnell spricht oder wenn sich auffällig viele Teilnehmer mehr In- formationen zu einem bestimmten Thema, wie z.B. zur Suche nach Lehrbüchern, wünschen. Der Dozent kann darauf reagieren, indem er in den Folgeveranstaltun- gen lauter bzw. langsamer spricht oder indem er ausführlicher auf die Recherche nach Lehrbüchern eingeht.
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