Path:
Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Themen Erwerbung 286 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 3 Schlussrunde Zum Abschluss fand eine Diskussion statt, in der die Bibliothekare ihre Anre- gungen und Forderungen nochmals formulierten und Vertreter der Anbieter El- sevier, Gale, Ingram/MyiLibrary und Springer darstellten, welche Entwicklung sie sehen und inwieweit die Vorstellungen der Bibliothekare realisiert werden kön- nen. Die Verlage gehen davon aus, dass in wenigen Jahren etwa die Hälfte der wissen- schaftlichen Monographien in elektronischer Form verkauft werden. Die großen Anbieter werden weiterhin in erster Linie große Pakete anbieten, da ihre Platt- formen entsprechend aufgebaut sind, und eine Änderung hohe Investitionen er- fordern würden.2 Eine andere Schnürung von Paketen ist denkbar. Die derzeitigen großen Pakete müssten deutlich billiger werden, damit auch die Bibliotheken sie kaufen können, für deren fachlichen Bedarf sie zu groß geschnürt sind. Einzeltitel werden weiterhin über Aggregatoren vertrieben. Zum Teil wird angestrebt, die Monografienjahrgänge wie Zeitschriften im Subskriptionsmodell zu verkaufen. Die Bibliotheken wünschen im Gegenteil eine Ausweitung und Verbesserung der Kaufmöglichkeiten von Einzeltiteln. Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren ein wachsender Anteil der Bücher nur noch elektronisch erscheint, beginnend mit Lexika. Der Einzeltitelvertrieb wird über Aggregatoren laufen. Wenn Bücher nur noch in elektronischer Form erscheinen, werden diese das auf Anforderung gedruckte Buch anbieten, indem sie entsprechende Angebote aufbauen oder mit Dienstleistern kooperieren. Es ist zu erwarten, dass die Nutzer nur Teile der angebotenen Bücher nutzen wollen oder sich selbst eigene Bücher aus Teilen verschiedener Bücher zusammenstellen. Um dies zu ermöglichen, müssen die Anbieter neue Verkaufsmodelle entwickeln. Die Bibliotheken stellen die Frage, ob in einem solchen Modell auch enthalten sein kann, dass die Bibliothek für den Zugang zu einer großen Datenbank dann einen Grundpreis für die Zugangsmöglichkeit mit zusätzlicher Einzelabrechnung der konkreten Nutzungen bezahlt. Zu diskutieren ist auch eine Bezahlung nach Bits und Bytes. Die Folge dieser Entwicklung ist, dass die Bibliothek die Funktion als Bücherspei- cher verliert, ihr aber in der Bereitstellung, Erschließung und Vermittlung neue Aufgaben zuwachsen. Geschäftsmodelle für Lehrbücher müssen anders aussehen als die für Spezial- monografien. Bei Lehrbüchern ist durchaus zu berücksichtigen, dass die elektro- nische Bereitstellung Mehrfachexemplare und Neuauflagen erspart, was einen höheren Preis rechtfertigen kann. Für die Versorgung von universitätsfernen 2 Elsevier bietet auch Pick and Chose, aber zu einem höheren Einzelpreis, Wiley, Taylor&Fracis und Gale bieten ebenfalls Einzeltitelkauf, bei Wiley und Elsevier aber mit Mindestbestell-/Preismenge.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.