Path:
Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Bestandserhaltung Themen Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 2 159 Massenentsäuerung im Ibero-Amerikanischen Institut – Preußischer Kulturbesitz Ein Erfahrungsbericht Thomas Parschik Ausgangssituation Das Ibero-Amerikanische Institut besitzt die europaweit größte und weltweit drittgrößte Fachbibliothek zu Lateinamerika, der Karibik, Spanien und Portugal.1 Der Bestand des Ibero-Amerikanischen Instituts umfasst zum gegenwärtigen Zeitpunkt etwa 830.000 Bände. Darunter befinden sich weltweit einmalige Samm- lungen von großem wissenschaftlichem und kulturellem Wert, die möglichst im Original erhalten werden sollen. Zur dauerhaften Bestandserhaltung führt das Ibero-Amerikanische Institut seit 2006 eine systematische Entsäuerung seiner Altbestände durch. Dazu stehen jähr- lich 50.000 € zur Verfügung. Als Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde das Ibero-Amerikanische Institut am 01.09.2006 in den Rahmenvertag über Konservierungsleistungen zur Bestandserhaltung von Büchern und Archivalien zwischen dem Beschaffungsamt des BMI und der Preservation Academy GmbH Leipzig aufgenommen.2 Das Massenentsäuerungsprojekt begann mit der Entsäuerung von Beständen, die in einigen Jahren in ein derzeit im Bau befindliches Außenmagazin ausgelagert werden sollen. Das Projekt ist für die beteiligten MitarbeiterInnen mit einem stän- digen Lernprozess verbunden, da die verschiedenen Bestandssegmente immer wieder neue Entscheidungen und Vorgehensweisen verlangen. Bestandsauswahl und Bestandsaushebung Vor der Übergabe der zu entsäuernden Bestände an die auftragnehmende Firma muss jeder Band auf seine Tauglichkeit für die Entsäuerung hin geprüft werden. Im Projekt des Ibero-Amerikanischen Instituts sind aufgrund des Entsäuerungs- 1 Ein großer Teil des Bestandes stammt aus dem Sammelgebietsraum und besteht aus Papier von noch schlechterer Qualität als der europäische Durchschnitt. 2 In Deutschland sind derzeit etwa 30% der Buchbestände in wissenschaftlichen Bibliotheken vom säurebedingten Papierzerfall bedroht. Langfristig sind ca. 80% der Bestände gefährdet (Hacker, 2000, 270). Ursache hierfür ist die in holzhaltigem Papier enthaltene Ligninsäure. Lignin ist ein aus P-Coumarylalkohol, Coniferylalkohol und Sinapylalkohol bestehendes polymeres Molekül, das im Holz für die Festigkeit sorgt. Seine Struktur differiert artenspezifisch, und es kommt auch innerhalb eines Baumes in unterschiedlichen Formen vor.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.