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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Themen Altes Buch 1284 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 12 vor einigen Jahren begonnene, ambitionierte Projekt der Massenentsäuerung eines Großteils des Bestandes der SNB ist mittlerweile sehr weit fortgeschritten. Seit dem Jahr 2000 wurden pro Jahr ca. 35 bis 40 Tonnen Dokumente aus dem Erscheinungszeitraum 1830 bis 1990 entsäuert. Christiane Maibach (UB Würzburg) brachte die Teilnehmer mit ihren Erkenntnis- sen und Hinweisen für eine „Integrierte Notfallvorsorge“ zu einigem Nachdenken. Ihr Vortrag resultierte aus ihrer Master’s Thesis, in der sie sich mit Notfallpräven- tion, Verhalten im Notfall und der Nachsorge auseinandergesetzt hat. Die rege Diskussion und die Beiträge der Teilnehmer zeigten, dass trotz allen theoretischen Wissens die Praxis vielfach heute noch an den baulichen Gegebenheiten und da- mit am Geld scheitert. Den Abschluss der ersten Sektion bildete Armin Schlechters (Speyer) Beitrag über „Leonardo da Vinci und Mona Lisa: Von der Nützlichkeit, Altbestände zu bearbeiten.“ Eine von Schlechter entdeckte handschriftliche Marginalie in einer Heidelberger Inkunabel liefert einen wesentlichen Beleg für die Entstehung des berühmten Porträts. Nach dem Abendessen dieses ersten Tages galt es dann, zu einer besonderen Feierstunde zusammenzukommen. Freunde und berufliche Weggefährten hatten Gerd Brinkhus in den vergangenen Monaten eine Festschrift erstellt (Wolfenbüt- teler Notizen zur Buchgeschichte 33/2008), die ihm von der derzeitigen Vorsitzen- den der AG Handschriften/Alte Drucke im DBV überreicht wurde, verbunden mit dem Dank des Verbands, aber auch dem vieler Kolleginnen und Kollegen für sein langjähriges Engagement für die historischen Bestände. Die zweite Sektion unter dem Oberthema Digitalisierung begann am nächsten Morgen mit einem Vortrag von Sebastian Meyer (SLUB Dresden) über „VD16/VD17 – Massendigitalisierungsprojekte, neue Entwicklungen (DFG-Viewer, Metadaten)“. Dabei stellte er den DFG-Viewer, dessen Verwendung im aktuellen Entwurf der DFG-Praxisregeln vorgesehen ist, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Damit wird auch kleineren Einrichtungen die Möglichkeit eröffnet, interessante Bestän- de zu digitalisieren, ohne auf eine Präsentation verzichten zu müssen. Mit der Frage „OCR für Alte Drucke – eitle Hoffnung oder konkrete Perspektive?“ beschäftigte sich anschließend Thomas Stäcker (HAB Wolfenbüttel). Eine durchaus berechtigte Frage, unterhalten wir uns doch über geschätzte 528 Millionen Seiten aus Druckwerken von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahr- hunderts. An Beispielen wurde rasch deutlich, dass OCR-Software, die mit einer 90%igen Trefferquote wirbt, faktisch nicht zu gebrauchen ist – wissenschaftlich nutzbares OCR beginnt nämlich bei 99,5%. Besondere Schwierigkeiten entstehen nach wie vor bei Texten, die eine Mischung von Fraktur und Antiqua aufweisen. Leider ist dies keine Seltenheit und lässt sich mit bislang gängiger Software (noch) nicht zufriedenstellend lösen.
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