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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 11 1205 gewählt wurde. Es sei nur an die Kritik von A. Thielemann (2007)39 erinnert, der sich auch auf H. Knudsen40 beruft und belegte, „warum seiner Meinung nach die DDC für das Fach Jura unbrauchbar ist“. Seine Vermutung, dass die DDC mögli- cherweise bei anderen Fächern ebenso fehlerbehaftet sei wie beim Recht, war natürlich naheliegend. Das gilt zumindest auch für die Biologie. Wenn die Zweikeimblättrigen Pflanzen (Dicotyledons) unter 583 und die Einkeim- blättrigen (Monocotyledons) unter 584 zu finden sind, dürften die Blütenpflanzen eindeutig nicht unter 582.13 und die Physiologie der Pflanzen nicht unter 581.1 stehen. Das heißt, hier werden ganz verschiedene Ebenen und Perspektiven durcheinander gewirbelt, weil die DDC zum einen nicht ausreichend sog. Hos- pitality in Array aufweist, und wie bereits erwähnt, eine lineare bibliothekarische Aufstellungssystematik ist, die sich um eine möglichst monohierarchische Glie- derung bemühen muss. Denn jedes Buch kann immer nur an einer Stelle stehen, wenn man es nicht mehrfach erwerben will. Dies zu kritisieren belegt eigentlich nur einen gewissen Mangel an Erfahrung, denn es gibt keine bibliothekarische Aufstellungssystematik, die Fehler dieser Art zu überwinden vermag, außer der in der Virtuellen Bibliothek. Das gilt sowohl für die verletzte Monohierarchie, die sowohl bei 574.1 „Physiology“ als auch bei 581.1 „Physiology of plants“ ansiedelt, und ebenso für die „Hospitality in Array“, die mit nur zehn Ziffern auf jeder Ebene einer viel zu starken Restriktion unterliegt. Letztere ist durch die begrenzte Zahl von 0 bis 9 ein schweres Manko gegenüber einer Buchstabeneinteilung von 26 Großbuchstaben, 52 Groß- und Kleinbuchstaben oder darüber hinaus, bei Erweiterung durch Sonderzeichen, wie dem Delta ?, bei S.R. Ranganathans Colon Classification, das für „Spiritual expe- rience and mysticism“ steht, und an das Lotusauge erinnern sollte. Die Problematik der angestrebten Monohierarchie ist bei der DDC nur insofern schwieriger als in der LCC, weil die LCC eine etwas größere „Hospitality in Array“ besitzt, weil sie sich näher an der immer wichtiger werdenden wissenschaftlichen Entwicklung anlehnt, und weil sie in ihrer Terminologie erheblich umfangreicher und damit präziser ist. Andererseits brauchen viele Öffentliche und Schulbibliotheken bei weitem keine so detaillierte Terminologie, sondern greifen auf das verkürzte „Abridged WebDe- 39 Thielemann, A. schreibt: „Im gegenwärtigen Zustand ist die DDC keinesfalls als Auf- stellungssystematik für kunsthistorische Bibliotheken geeignet.“ In: Sacherschließung für die Kunstgeschichte: Möglichkeiten und Grenzen von DDC 700: The ArtsBerliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft. http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h202/ 40 Knudsen, H.: Brauchen wir die Dewey-Dezimalklassifikation? Bibliotheksdienst 33 (1999), H. 3, S. 454–461 http://bibliotheksdienst.zlb.de/1999/1999_03_Erschlie01.pdf
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