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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Themen Erschließung 1204 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 11 All diesen inzwischen selbstverständlichen Überlegungen trägt die DDC nur sehr bedingt Rechnung, und trotzdem ist sie aus dem genannten Grunde durchaus noch einsetzbar. Wir können und werden dagegen in der Virtuellen Bibliothek ein und denselben Katalog nach all den Wünschen der jeweiligen Zielgruppen präsentieren. Inzwischen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Während noch bis heute viele Universitätsbibliotheken und cum grano salis auch große Öffentliche Biblio- theken das Ziel des letzen Jahrhunderts, die einschichtige Universitätsbibliothek mit einem einheitlich erschlossenen Bestand und einer möglichst zentralen Auf- stellung anstreben, hat sich längst eine völlig andere Entwicklung ausgebreitet, die der verteilten Bibliothek. Dabei hat sich die Erwerbung, die Verwaltung und die Verbundklassifikation im- mer stärker zentralisiert und die Aufstellung in den Freihandbereichen immer mehr dezentralisiert. So wünschen sich die Juristen, die Historiker, die Bioche- miker, etc., seit langem in ihren Instituten Bibliotheken, die ihren jeweiligen For- schungsinteressen entsprechen. Sie lehnen weite Wege zu Zentraleinrichtungen berechtigterweise immer stärker ab38, weil sie den jeweiligen Katalog ihrer Biblio- thek sozusagen im Notebook immer bei sich tragen. Diesem Wunsch war von bi- bliothekarischer Seite zwar viele Jahre lang vehement zu widersprechen, so lange die Bücher möglichst nah an dem jeweils zugehörigen Zettelkatalog angesiedelt werden mussten. Heute, wo fast jeder Nutzer auf seinen OPAC der zweiten oder dritten Generation im Internet zugreifen kann, ist diese alte Vorstellung zentrali- sierter Bibliotheken längst obsolet, wird aber in der Lehre, der Architektur, in den Bibliotheksorganisationen und in der Erwerbungspolitik weitgehend tradiert. Inzwischen werden Verlagsprodukte nicht selten für ganze Bibliotheksverbünde oder die Bibliotheken eines Landes erworben, ihre Verfügbarkeit rückt aber im- mer näher an die Benutzer heran. DDC versus LCC Nun gab es ja schon wiederholt Kritik an der Wahl, gerade die DDC zu überneh- men. Und diese Kritik betraf nicht nur die Tatsache, dass hier ein eindeutig veral- tetes Schema mit den Main Classes 38 Ewert, G. und Umstätter, W.: Lehrbuch der Bibliotheksverwaltung. S. 38, Hiersemann Verl. Stuttgart (1997) 0 Allgemeines 5 Mathematik und Naturwissenschaften 1 Philosophie 6 Angewandte Wissenschaften, Medizin, Technik 2 Religion (Theologie) 7 Schöne Künste 3 Sozialwissenschaften, Recht, Verwaltung 8 Schöne Literatur 4 Sprachwissenschaft 9 Geschichte und Geographie
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