Path:
Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue42.2008 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 11 1201 sortium (UDCC) weiter entwickelt, aber bei weitem nicht mit der Lebendigkeit der DDC. So sei hier nur erwähnt, dass Pluto von den Astronomen neuerdings nicht mehr als Planet eingestuft wird und damit 2008 in der DDC von 523.482 auf 523.4922 verschoben werden mussste. 523.492 sind die Kuiper-Gürtel- Objekte. In Deutschland hatte die UDC als DK im Deutschen Normenausschuss, in den Kreisen der Technik, der Ingenieure, der Mikrofilmanhänger, der Dokumen- tare und in einigen wenigen technisch ausgerichteten Bibliotheken ihre An- hänger vor etwa 50 Jahren gefunden. Danach verlor sie immer stärker an Be- deutung, so wie die Dokumentation, die inzwischen weitgehend in dem was wir Digitale Bibliothek nennen verschwunden ist – soweit es sich um publi- zierte Dokumente handelt. Deutlichste Zeichen dafür war die Auflösung der FID.31 Ihre wichtigste Funktion in den 107 Jahren (1895–2002) ihres Bestehens war das oft mühsame Bestreben, durch ihre eigenen Aktivitäten das Biblio- thekswesen erfolgreich zu modernisieren. Man kann aber – allgemein gesprochen – viele Bücher problemlos umsignie- ren, ohne dass das viel Schaden oder Nutzen bringt. Das taten also unsere Physiker, womit der Witz bei der kompletten Übernahme der LCC natürlich verloren ging. Dass wir den gleichen psychologischen Effekt eines gesunden Widerspruchsgeistes bei der Nutzung der DDC haben und auch haben wer- den, ist sehr wahrscheinlich. Andererseits werden sich die Vorteile der Nota- tionsübernahme aus der DNB, aus PICA32 bzw. OCLC nicht so einfach von der Hand weisen lassen. 3. Mir ist natürlich auch bewusst, dass es gerade der Sinn einer jeden Spezialbib- liothek, wie auch aller Dokumentationen ist, die Dokumente grundsätzlich so zu ordnen, wie es die jeweilige Zielgruppe der Nutzer erwartet. Darum war die alte Lehrmeinung, man möge nicht immer wieder neue Thesauri entwickeln, sondern sich beispielsweise der bereits vorhandenen bedienen33, nicht ganz richtig. Das ist insofern falsch, als man zwar an einem vorhandenen System wie der DDC mitarbeiten kann, sobald man aber ein eigenes System aufbaut, sollte sich dies von den bisherigen deutlich unterscheiden – sowohl in dem, was gesammelt, unter welchen Aspekten es geordnet und mit welchem The- saurus (bzw. welcher Klassifikation) es erschlossen wird, also ganz im Sinne von Aby Warburg und seiner Bibliotheksphilosophie. Das gilt aber wohlge- merkt für die Spezialbibliotheken mit ihren sehr differenzierten Zielgruppen, und weniger für Öffentliche oder große Hochschulbliotheken. 31 International Federation for Information and Documentation 32 Project geIntegreerde Catalogus Automatisering (Niederlande) 33 Insbesondere K. Fill wies im Vorwort zur DK darauf hin, dass diese eigentlich als Thesaurus für fast alle Dokumentationssysteme, so auch für Pflanzen- oder Stein- sammlungen geeignet sei.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.