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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 42.2008 (Rights reserved)

Themen Beruf 1168 Bibliotheksdienst 42. Jg. (2008), H. 11 „Auch die ‚Lean Library’ braucht das Fachreferat!“ Die Debatte sollte erfreulicherweise nicht auf die bisher vorgestellten Teilnehmer beschränkt bleiben; im Bibliotheksdienst sowie auch in anderen Fachzeitschriften befassten sich im Laufe des Jahres 1998 diverse weitere Beiträge mit der Berufs- bildthematik (vgl. hierzu die Literaturliste im Anhang) und nahmen dabei fast im- mer auch Bezug auf die Kontroverse um Oehlings „12 Thesen“. Dessen Hoffnung, mit seinem Vorstoß „eine umfassende Diskussion in Gang zu bringen“ (Oehling, 248), sollte sich somit voll und ganz bewahrheiten. Im Rahmen des vorliegenden Textes kann auf die restlichen Beiträge jedoch nur sehr knapp (und in Auswahl) eingegangen werden; genügen muss eine kurze Prä- sentation der jeweiligen Hauptaussagen: • Sabine Wefers prognostizierte, dass es in den angestammten Fachreferatsdo- mänen Erwerbung und Sacherschließung „zu einer Verlagerung des Schwer- punkts der Aufgaben weg vom Routine-Einzelfall hin zur Planung, zum Con- trolling und zu komplementären Dienstleistungen“ kommen werde (868). Der Fachreferent solle koordinierend in das „Dienstleistungsunternehmen Biblio- thek“ (869) eingebunden sein und „zwischen den Ansprüchen der Wissen- schaft und dem professionellen [bibliothekarischen] Know-how“ vermitteln (ebd.). • Wolfgang Schibel konstatierte, dass aufgrund der finanziellen Misere im Bi- bliotheksbereich „die von Oehling u. a. geforderte Erweiterung und Vertie- fung der Fachreferatsarbeit eine Illusion bleiben“ müsse (1042), bedauerte dies aber, weil eine wissenschaftliche Bibliothek für den höheren Dienst eben nicht „15 umtriebige[] ‚Generalisten’“, sondern „Spezialist[en] mit klar defi- niertem Qualifikationsprofil“ benötige (1041). Einen Lösungsansatz vermöge das Modell des sog. „regionalen Fachreferenten“ darzustellen (vgl. 1043 ff.).9 • Peter Didszun kritisierte die „völlig falsche[] Gegenüberstellung“ von „Profes- sorenbibliothekar“ auf der einen und „Bibliotheksbetriebswirt“ auf der ande- ren Seite (1353), die den bisherigen Diskussionsbeiträgen innewohne; beide Aufgabenbereiche – Fachreferats- und Managementtätigkeiten also – wür- den sich vielmehr „in vielfältiger Art durchdringen“ (1355). Hinsichtlich der Legitimationsfrage komme allerdings der Erwerbungskompetenz eine ent- scheidende Rolle zu: Diese dürfe keinesfalls „an Dritte“ (1356) delegiert wer- 9 Von Schibel stammt auch der wertvolle und in der Debatte längst fällige Hinweis auf die Pluralität bibliothekarischer Berufsschicksale: „Der sogenannte wissenschaftliche Bibliotheksdienst lässt sich nicht als ein Beruf begreifen. Was verbindet den Stellver- tretenden EDV-Leiter der Württembergischen Landesbibliothek, einen Informatiker ohne bibliothekarische Ausbildung, […] mit dem Leiter des Instituts für Buch- restaurierung an der Bayerischen Staatsbibliothek [?]“ (Schibel, 1040).
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