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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue41.2007 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 7 739 wendig, dass das zertifizierungsverfahren sichergestellt wird. Wenn dies über die herkömmlichen zeitschriften nicht mehr sichergestellt werden kann, muss die wissenschaftliche gemeinschaft das zertifizierungsverfahren auf andere Weise sicherstellen. Es würde ausreichen, wenn wenige Bibliotheken die Archivierung sicherstellen. zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion statt, die vom Pro- rektor für forschung der Universität Mannheim herrn Professor Dr. Peter Drewek geleitet wurde. An dieser nahmen die referenten des Tages außer herrn Dreier sowie die informationswissenschaftlerin frau Professor Angela keppler und der germanist herr Professor Dr. Jochen hörisch von der Universität Mannheim teil. in dieser Diskussion wurden folgende Sachverhalte geklärt oder benannt: • Nicht nur das ob, sondern auch das Wie des Wissenstransports ist dafür rele- vant, wie Wissen aufgenommen und verarbeitet wird. Sowohl beim Lesen ge- druckter informationen – besonders in der Bibliothek – wie auch beim Lesen am Bildschirm werden zusätzliche informationen aufgenommen. Dies sind aber sehr unterschiedliche informationen, die ihrerseits die rezeption be- einflussen. Ebenso ist die rezeption von zeitschriftenbeiträgen und Büchern eine sehr unterschiedliche. Und in weiten Bereichen der Wissenschaft ist die Wissensweitergabe durch Bücher durchaus weiterhin relevant. • Verlage haben bei den zeitschriften wie bei den Büchern die Aufgabe der Se- lektion. • Wenn Wissen eine Ware wäre, müsste es knappheitspreise geben. Aber es gibt eine sehr große Produktionsmenge und trotzdem ist die „Ware zeitschrift“ im- mens teuer. Wissen ist heute ein Massenprodukt und bewertet werden eher indexwerte als das Wissen bzw. die wissenschaftlichen Ergebnisse selbst. Der glaube an die Messbarkeit durch die zertifizierung behindert eher das echte Wissen und für spezifische Einzelinformationen gibt es keine konkurrenz. • oder ist die information das Massenprodukt und das Wissen ist etwas ande- res? in der informationsproduktion gibt es eine immense Betriebsamkeit, aber die Universität ist eigentlich dazu da, aufmerksam zu bleiben und Wissen zu vermitteln statt nur informationsmengen. hier sollte klares Denken und nicht nur informationsrezeption vermittelt werden. • Die frage ist, wie die Produktion der informationsmengen reduziert werden kann. Die Publikationsmengen sind durch die Wissenschaftler verursacht und müssten von diesen gesteuert werden. Solange der Erfolg von der Länge der Publikationslisten und der rangordnung der zeitschriften, in denen diese Publikationen erschienen, und nicht von den inhalten der Publikationen ab- hängen, wird das Problem weiter anwachsen. Die Begutachtungsverfahren reduzieren die Publikationsmengen nur unzureichend, da letztendlich jedes Papier seine zeitschrift findet. Und die Wissenschaftler veranlassen laufend die gründung neuer zeitschriften.
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