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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue41.2007 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 7 73 lins plaziert. Am Neujahrstag 1791 öffnete sie erstmals ihre Tore. Die Senatoren und Abgeordneten der jungen republik nutzten fortan gern das gediegene Am- biente und die bereits beachtliche kollektion. Funktion als Stadtbibliothek Die enge kooperation mit regierung und kongress fand 1800 ein Ende, als die Bundeshauptstadt von Philadelphia nach Washington verlegt wurde. Die LCP hatte sich nun wieder auf ihre eigentliche funktion zu besinnen, die Versorgung ihrer bürgerlichen Leserschaft mit gewünschter Literatur. Schon in den zurück- liegenden Jahrzehnten war ihre Sammlung nicht nur durch Ankäufe, sondern auch durch geschenke gewachsen. 1792 konnte sie die beste Privatsammlung im Staate Pennsylvania übernehmen, die James Logan, William Penns Privatsekretär, zusammengetragen hatte, und so einen zuwachs von rund 4.000 Bänden verbu- chen, vornehmlich auf den gebieten Mathematik, Naturwissenschaften und Me- dizin. Wenige Jahre später traf eine Sendung von ca. 2.500 Bänden aus London als geschenk eines Pfarrers ein, darunter viele theologische, topographische und kunsthistorische Titel. Ankäufe bei europäischen Auktionen und weitere Schen- kungen ließen die Sammlung schnell an Umfang zunehmen, so dass auch bau- liche Erweiterungen vorzunehmen waren. repräsentative kreise der Stadt, unter ihnen allein neun Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung, kümmerten sich als Subskribenten um das Wohl der Bibliothek, Bankiers verwalteten die finanzen und bibliophil gesinnte Bürger stellten sich als ehrenamtliche Verwalter zur Verfü- gung. Sie sorgten auch dafür, dass sich die LCP allen Bürgern der Stadt öffnete und sie somit für Jahrzehnte die rolle einer „City Library“ für Philadelphia wahrnahm. Bei der ersten statistischen Erhebung, die Charles Jewett 1851 vorlegte, rangierte die LCP mit ihren mehr als 60.000 Bänden als größte öffentliche kollektion und als die zweitgrößte Bibliothek der USA, nur übertroffen von den Sammlungen der harvard University. Die Direktoren sahen die LCP vornehmlich der gelehrsamkeit und Nützlichkeit verpflichtet, und sie waren wenig davon erbaut, dass seit der Jahrhundertmitte auch populäre romane den Weg auf ihre regale fanden, wenngleich dies von den Mitgliedern gewünscht war. gleichzeitig nahm ihre Besorgnis um die Sicherheit des gebäudes zu. 1851 waren nämlich in der Library of Congress durch einen de- fekten Schornsteinabzug ca. 35.000 Bände vernichtet worden. Aus der Befürch- tung, dem weitgehend aus holz errichteten Bau in der fifth Street könnte gleiches zustoßen, warben sie gelder für einen feuersicheren Neubau ein und erstanden Ende der 1860er Jahre einige grundstücke im Stadtzentrum. in dieser Phase kam ihnen das Testament eines reichen Bürgers gerade recht, das der LCP einen Nach- lass im Wert von rund einer Million Dollar zusprach, allerdings unter Auflagen. Das geld sollte für einen nach neuesten Erkenntnissen gestalteten feuersicheren Neu-
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