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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 41.2007 (Rights reserved)

Notizen 668 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 6 Zeitalter“ ein. Eine äußerst beeindruckende Darstellung, – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Island vor noch nicht allzu langer Zeit ein bettelarmes Land war. Dies änderte sich erst während des Zweiten weltkrieges durch wirtschafts- hilfe im rahmen des Marshall-Plans und der Unabhängigkeit von Dänemark am 17. Juni 1944. Der Aufschwung in allen Bereichen war enorm; 2003 lag Island im Human Development Index nach Norwegen auf Platz 2 (und damit 18 Plätze vor Deutschland), die Arbeitslosenrate liegt bei 2,6% (2005), in Island wird pro Kopf 32% mehr geld für Bildung ausgegeben als in Deutschland und Island liegt bei der Pisa-Studie im oberen Drittel.9 Kein wunder also, dass die isländischen Kol- legen auch, was Digitalisierungsprojekte betrifft, vorne liegen. Seit 2003 läuft gegnir10, der nationale Verbundkatalog für Öffentliche und wissenschaftliche Bi- bliotheken, als privates Unternehmen, dem die Bibliotheken monatlich für den Service zahlen. Die Digitalisierungspolitik besteht darin, Landkarten, Zeitungen und Zeitschriften und die berühmten isländischen Sagas schwerpunktmäßig zu digitalisieren.11 Seit 2005 wird dreimal jährlich ein komplettes „webharvesting“ aller .is-Domaines durchgeführt. Vorerst wird erst gesammelt; die Materialien ste- hen noch nicht online zur Verfügung. Aber auch themenbezogenes Durchforsten des webs wird geleistet. Island ist wohl das einzige Land auf der welt, in dem der gesamten Bevölkerung (das sind 350.000 Einwohner) über ihre 170 Bibliotheken 14.000 elektronische Zeitschriften von Elsevier, Springer, Blackwell und anderen zur freien Verfügung stehen. Die Nationalbibliothek und das Ministerium für Bildung, Kultur und wis- senschaft haben die Nationallizenzen dafür erstanden. Eine neue und den Isländern bisher mangels entsprechender Zielgruppe eher un- gewohnte Thematik ist die multikulturelle Bibliotheksarbeit. Im derzeit diskutier- ten Bibliotheksentwicklungsplan „The Icelandic Library in the Knowledge Society 2007–2011“ finden Themen wie die Arbeit mit neuen Benutzergruppen, Integra- tion der Immigranten, die rolle der Bibliotheken in der wissensgesellschaft und Informationen für alle ihren Niederschlag. Bei der Begrüßung der Konferenzteilnehmer zu Beginn der Versammlung wurde darauf hingewiesen, dass dieser Insel wohl einst der Name Iceland (englisch; Eis- Land) gegeben wurde, um die Menschen vom Kommen abzuhalten. Touristen- gruppen in wanderstiefeln und mit Badehandtuch ausgestattet widerlegen diese Absicht längst. Auch die karge, schroffe, durchaus abweisend anmutende Land- 9 Diese Angaben wurden dem sehr informativen Artikel „Island: Alte Literaturtradition und moderne Bibliotheken“ von Anika Bäcker entnommen in: Libreas Ausgabe 7, 4/2006: http://www.ib.hu-berlin.de/~libreas/libreas_neu/ausgabe7/index.html 10 gegnir: http://www.gegnir.is 11 siehe http://www.sagnanet.is/
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