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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 41.2007 (Rights reserved)

Themen Erwerbung 554 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 5 Europäische Bibliotheken als Objekte einer schamlosen Hochpreispolitik Regionale Zeitschriftenlisten weisen schwerwiegende Preisnachteile für EU-Zone auf Hans Kopp es ist eine alte Praxis von Verlagen, für Ihre Produkte in den verschiedenen Re- gionen der Welt uneinheitliche Preise zu fordern. Die gefahr von Währungsver- schiebungen zum Nachteil des Produzenten in der zeit zwischen Rechnungsstel- lung und Bezahlung oder als unverzichtbar bezeichnete Lagerhaltung vor Ort müssen offiziell als gründe dafür gelten. In den späten 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts bis hin zum Beginn des wäh- rungseinheitlichen euromarktes mag dieses Verfahren eine gewisse Berechtigung gehabt haben. Anfangs war der Schiffsweg aus Übersee Standard, die Lieferzeiten lang und eine schnelle Lieferung aus den Lagern der Verlage in den Niederlanden willkommen. Und mehrmals gab es in den Jahren bis zur euroeinführung teils hef- tige Währungsausschläge. Auffällig war die tatsache, dass oft neben dem günstigen US-Preis und dem eben- falls moderaten britischen Pfundpreis der DM-Preis vergleichsweise am höchsten angesetzt war (Beispiel Marcel Dekker, aber auch viele andere). Vermutlich war man der Meinung, dass die reichen Länder andere Standorte mitfinanzieren soll- ten. Man nahm das geld eben da, wo man Interesse kombiniert mit ausreichenden Pfründen vermutete. Verantwortungsvolle Bibliothekare erstrebten deshalb immer eine Medienbeschaffung aus dem Ursprungsland, da die dort geltenden niedrigen Preise leicht die evtl. höheren Portokosten rechtfertigten. Heute dagegen leben wir in der eurowährungszone, erleben einen stabilen Markt in Bezug auf die wichtigsten Währungen wie selten zuvor und Luftfrachtsen- dungen sind ein Standard, der auch interkontinentale entfernungen relativiert und regionale Lagerhaltungen weitgehend sinnlos macht. elektronische zeit- schriften, Bücher und Nachschlagewerke gehen völlig neue Wege. Regional gel- tende unterschiedliche Preise machen gar keinen Sinn mehr, jedenfalls aus Sicht der zahlenden Bibliothekskunden. Der Fall Elsevier Die Universitätsbibliothek Regensburg hält im laufenden Jahr 282 Printabonne- ments des Verlages elsevier im gesamtwert von € 548.231 lt. aktueller Preisliste des Verlages. Das sind die Kosten (ohne Steuer) des abonnierten zeitschriftenpa- ketes für eine europäische Bibliothek.
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