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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 41.2007 (Rights reserved)

Notizen 462 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 4 germeister der Stadt Meiningen, Reinhard Kupietz, und den Beigeordneten des Landrats, Herrn Koch, begrüßen. Besonders erfreut war er, dass auch Kolleginnen aus Bayern den Weg „in die Mitte Deutschlands“ gefunden haben. In seinen einführenden Worten umriss Dr. Simon-Ritz die Thematik des Biblio- thekstages ausgehend von der These, dass Bibliothekare „über Kern- oder Schlüs- selkompetenzen verfügen, die ihnen in unserer Wissens- und Informationsgesell- schaft eine wichtige Rolle zuweisen“. Ein Argument gegen die „Googleisierung“ ist angesichts des Aktualitätszwanges der Informationen in den Suchmaschinen der „drohende Gedächtnisverlust“. Das zweite Argument verweist darauf, dass das Internet und damit auch Google über keine Wertungen und Gewichtungen verfügt. Da Schülerarbeiten und Aufsätze renommierter Wissenschaftler ohne Wertung nebeneinander stehen, führe dies zu einer „Nivellierung des Wissens“. In seinem Grußwort gab der Bürgermeister der Stadt Meiningen, Reinhard Kupietz, mit seiner Äußerung von der Wichtigkeit der Bibliothek „für das geistige Leben der Stadt“ eine eindeutige Standorterklärung ab. Auch der Beigeordnete beim Landrat bekannte sich zur Kultur, „auch wenn sie etwas kostet“. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt, oute- te sich „als Fan von Bibliotheken“. Trotz steigender Zahl von Bibliotheksschlie- ßungen seien auch die Leserzahlen gestiegen. Die Wissensvermittlung durch die Schulen alleine sei nicht ausreichend. So bestehe eine eminent gesellschaftliche Frage darin, dass die Gesellschaft hinsichtlich der Partizipation an Wissen sich in zwei Teile spalte. Hinsichtlich der Sicherung von Bibliotheken sprach sie sich für einen länderübergreifenden Staatsvertrag aus. Einen spannenden und teilweise provokativen Einstieg in das Tagungsthema gab Prof. Dr. Haike Meinhardt, Fachhochschule Köln, unter dem Titel „Wir sind besser als Google. Änderung und Beharrung: Sind die Bibliotheken schon im 21. Jahrhun- dert angekommen?“. Kernaufgabe der Suchmaschine Google, die 1998 gegründet wurde, ist, riesige Datenmengen zu durchsuchen und „nach bestimmten Algorith- men in eine gerankte Reihenfolge zu bringen“. Durch seine Volltextsuche bietet Google ein umfassendes Spektrum im Bereich der Informationssuche (Katalog- suche, Bildsuche, Nachrichtensuche, Videosuche, Studienliteratursuche u.a.) an und gerät teilweise dabei in den Bereich von Bibliotheken. So können beispiels- weise urheberrechtsfreie Bücher im Volltext aus Google downgeloaded werden. Als Defizite von Google benannte sie: die Vermischung von Werbung und Infor- mation; die weitere Stärkung vielgefragter Seiten; die kulturelle Prägung; die Ma- nipulierung von Suchergebnissen; die mangelnde Qualität; das Fehlen eines sys- tematischen Vorgehens; die Berücksichtigung nur digitaler Inhalte und schließlich die Voraussetzung von Informationskompetenz auf Seiten des Nutzers.
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