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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 41.2007 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 434 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 4 den, die naturgemäß gar nicht eng national wären, aber nach den gleichen biblio- thekarischen Prinzipien erstellt werden sollten. Diese Gedanken liegen wohl auch dem Neubeginn des Geologenarchivs zugrunde, nachdem Haarmanns Samm- lung 1943 fast vollständig vernichtet wurde. Das zweite Geologenarchiv Die wenigen, nach dem Fliegerangriff nicht verbrannten oder zerstörten Archi- valien bildeten den Grundstock einer neuen Sammlung zusammen mit den Ma- terialien, die Haarmann noch 2 Jahre bis zu seinem Tod 1945 weiter mit unge- brochenem Eifer erwerben konnte. Dieser Bestand gelangte nach dem Krieg in die Hände seiner Bonner Freunde und Kollegen, die im Begriff waren, die Geolo- gische Vereinigung wieder zu einer internationalen Institution auszubauen. Es war ihr erster Vorsitzender, der Geologieprofessor Wilhelm Ahrens, der 1956 anregte, Haarmanns Idee wieder aufzugreifen und ein zweites Geologenarchiv unter dem Patronat der Geologischen Vereinigung zu gründen. Die personelle Wahl fiel hierbei auf Max Pfannenstiel, seit 1946 Lehrstuhlinhaber am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Freiburg, weil er in be- sonderer Weise dafür prädestiniert erschien: Nach Abschluss seiner Heidelberger Studienzeit 1926 hatte er, „ursprünglich angeregt durch die Lektüre von Archibald Geikies Buch ‚The founders of geology’ (1905) in bescheidenem Maße auch geo- logiegeschichtliche Archivalien gesammelt“6. Diese Leidenschaft hatte ihn mit Haarmann zusammengeführt, dessen Sammlung ihn ebenfalls sehr beeindruckt hatte. Pfannenstiels ausgeprägte Neigung zu wissenschaftlich-literarischer Tä- tigkeit hat ihn wohl auch mit veranlasst, neben seiner Tätigkeit als Assistent am Geologischen Institut die Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst zu absol- vieren. Er wurde 1933 Bibliotheksassessor an der Universitätsbibliothek Freiburg, aber bald aus politischen Gründen entlassen. Es folgten bibliothekarische Tätig- keiten in Genf und Ankara, nach 1945 wandte er sich wieder der Geologie zu. Sei- ne frühe Beschäftigung mit der Geschichte der Geologie, seine geologische sowie bibliothekarische Ausbildung und Arbeit und nicht zuletzt seine vielen weltwei- ten persönlichen Fachkontakte ließen ihn hervorragend geeignet erscheinen für den Aufbau des zweiten Geologenarchivs.7 Schon vor 1956 war ihm daher von vielen Seiten, wo er für seine Sammlung ge- worben hatte, geologisches Archivmaterial geschenkt worden, und 1974, nach über „15 Jahren stiller Sammlungstätigkeit“, legte Pfannenstiel in der Geologischen 6 S. 6, vgl. Fußnote 2. 7 Vgl. Schwarzbach, Martin: Max Pfannenstiel 1902–1976. – In: Geologische Rundschau (1976), Bd. 65, S. 1130–1132.
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