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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 41.2007 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 1282 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 12 Wer Bücher findet, lese darin einmal in dreissig Tagen, und wenn er nicht zu lesen versteht, so rolle er sie…1 Bericht vom 3. Hannoverschen Symposium „NS-Raubgut in Bibliotheken“ Rainer Strzolka Am 8. und 9. November 2007 fand das 3. Hannoversche Symposium „NS-Raub- gut in Bibliotheken“ statt; flankiert von den Ausstellungen „Displaced Books – NS- Raubgut in der Universitätsbibliothek Marburg“ in der gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek, sowie „Enteignet, zerstört, entschädigt – Die Kunstsammlung Gustav Rüdenberg 1941–1956“ im Stadtarchiv Hannover.2 Es folgen Impressionen von dieser Tagung, die in drei Themenblöcken angelegt war: Organisatoren, Mittler und Nutz- nießer des Raubes; Umgang mit NS-Raubgut; sowie Identifizierung von Raubgut. Cornelia Briel untersuchte die Rolle von Preußischer Staatsbibliothek und Reichs- tauschstelle als Verteilerinstitutionen für beschlagnahmte Literatur. Ein Erlass des Finanzministers vom 27.3.1934 hatte die Staatsbibliothek als Hauptempfänger für beschlagnahmte Literatur bestimmt. Schwerpunkt war politische Literatur aus dem Besitz politisch Verfolgter, vor allem Socialistica.3 In einem zweiten Schritt wurden jüdische Autoren in diese Lieferungen einge- bracht. Forschungen zur geschichte der Reichschrifttumskammer haben gezeigt, dass die NS-Bürokraten oft zu ungebildet waren, um einen jüdischen Autor als solchen zu erkennen, und dass Bibliothekare häufig in vorauseilendem gehor- sam hilfreich waren. Seit einiger Zeit hat sich die Forschungslage zur Preußischen Staatsbibliothek in der NS-Zeit dank neuer Aktenfunde verbessert. Der Abgleich der vorhandenen Akzessionsjournale zeigt ihre Rolle bei der Umverteilung ent- eigneter Bibliotheksbestände, sowohl aus privaten Enteignungen, als auch bei ganzen Verlagskontoren. Soweit möglich, wurden jeweils 33 Exemplare eines Titels von der Preußischen Staatsbibliothek verteilt. Für die abgelieferten Bestände galt, dass sie wahrscheinlich unaufgefordert überstellt wurden, was dazu führte, dass nicht benötigte Literatur umgehend makuliert wurde. Eine weitergehende Vertei- lung durch die neuen Empfängerbibliotheken fand nicht statt. Wie ein Vortrag von 1 Der Titel wurde dem Vortrag von Liliana Ruth Feierstein und Liliana Furman entlehnt. Eine lange Fassung des Tagungsberichts mit einem Umfang von ca 20 S. kann gegen einen frankierten Rückumschlag angefordert werden von Rainer Strzolka, Im Wambeck 2, 31061 Alfeld/Leine. 2 Dank geht an Regine Dehnel, Ulrich Kandolf und Ragnhild Rabius für die Unterstützung zur Berichterstattung. 3 Basis waren die gesetze über die Einziehung kommunistischen-, volks- und staats- feindlichen Vermögens vom 26. Mai und 14. Juli 1933.
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