Path:
Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 41.2007 (Rights reserved)

Themen Ausland 1268 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 12 Brand des Jahres 1997 erstmals wieder zu sehen sind. Die sandsteinfarbigen Ab- formungen von Statuen, Säulen und Fassaden aus dem Hochmittelalter und der Renaissance kommen in dem von Tageslicht durchströmten Hallen vorteilhaft zur geltung, ohne dass sich der Betrachter von einer Überfülle bedrängt sieht. Die Schau vermittelt eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau sich die französische Steinmetzkunst in der Zeit der Romanik und gotik befand. Wenn sich der Besucher nach diesem Parcours den baulichen Zeugnissen des 17. und 18. Jahrhunderts zuwenden möchte, also den für Frankreich so typischen Ausprägungen des Barock und des Klassizismus, wird er enttäuscht, denn diese Epoche ist überhaupt nicht vertreten. Das ist wahrlich problematisch für ein Mu- seum, das einen Überblick über die geschichte der Architektur der letzten acht Jahrhunderte bieten möchte. Übergangslos befindet sich der Besucher somit in der Abteilung für moderne und zeitgenössische Architektur, die um die Mit- te des 19. Jahrhunderts einsetzt. Als Ausgangspunkt nahm man die Eröffnung des Londoner Kristallpalastes für die Weltausstellung des Jahres 1851. Die Abtei- lung Moderne des Museums wird vom 1981 gegründeten „Institut Français de l’Architecture“ betreut, das für die Eröffnung neue Architekturmodelle im Umfang von zwei Millionen Euro anfertigen ließ. Aber die ausgestellten Zeichnungen, Mo- delle, Publikationen und Kurzfilme beschränken sich auf Frankreich, und auch die elf Tableau mit Themen wie „Architektur und gesellschaft“, „Stätten der Macht“ und „Bauten für Sport und Freizeit“ bieten lediglich Beispiele aus den Ateliers französischer Architekten. Was sich bei den Abgüssen mittelalterlicher Skulpturen als vertretbar erweist, die Beschränkung auf Zeugnisse des nationalen Erbes, ver- mag als Konzept für die Moderne nicht zu überzeugen. Bekanntlich sind die Bau- ten des industriellen Zeitalters im internationalen Wettbewerb entstanden, und eine Beschränkung auf den nationalen Rahmen bedeutet, wichtige Einflüsse und Ausprägungen nicht zu berücksichtigen. Daher dürften für den Erfolg des neuen Museums die Wechselausstellungen bedeutsam werden, die bereits im Herbst 2006 angelaufen sind. Als erster Höhepunkt ist eine Schau über Vauban geplant, den Festungsbauer des Sonnenkönigs. Während die École de Chaillot, die jedes Jahr etwa 200 Architekten für den Bereich der Denkmalpflege ausbilden soll, für Besucher kaum wahrnehmbar ist, will die „Cité“ über Konferenzen und Symposia außer den Fachleuten auch ein interessier- tes Laienpublikum ansprechen. Für die Nutzung durch eine breite Öffentlichkeit konzipiert sind auch die Buchhandlung mit den Schwerpunkten Architektur und Restaurierung, eine Boutique sowie ein Restaurant und Café. Auch die im Erdgeschoss des Kopfpavillons untergebrachte Bibliothek ist für je- dermann zugänglich. Mit ihrer Planung war 1999 begonnen worden, als erstmals eine interministerielle Arbeitsgruppe zusammentrat, um die grundzüge zu defi- nieren. Da die wenige Jahre zuvor geschaffene nationale Kunstbibliothek (Institut
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.