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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue41.2007 (Rights reserved)

Aus der BID 1250 Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 12 Konsequenzen für Bibliotheken Durch die Unterzeichnung des Abkommens wird die Arbeit der Bibliotheken inso- fern stark tangiert, als Bibliotheken nun verpflichtet sind, die kulturelle Vielfalt in den Blickpunkt ihrer Arbeit zu rücken. Was früher als freiwillige Leistung vieler Bi- bliotheken im Rahmen einer „sozialen Bibliotheksarbeit“ angeboten wurde, wird nun zur selbstverständlichen „Pflichtaufgabe“ Damit verbunden ist die Notwen- digkeit einer kontinuierlichen Fortentwicklung und Verbesserung der Angebote, ihrer Anpassung an aktuelle Entwicklungen und eine weitere Professionalisierung der Vermittlung. 1. Die aktive Umsetzung der Konvention in den Bibliotheken setzt ein Um- denken der Mitarbeiter von Bibliotheken voraus und muss in der Ausbildung und beruflichen Weiterbildung entsprechende Berücksichtigung finden. 2. Die Teilnahme der Bibliotheken an dem Prozess der Umsetzung bedingt, dass sie ihre Dienstleistungen im Sinne der durch die Konvention geforderten Kulturenvielfalt kritisch überprüfen und gegebenenfalls erheblich erweitern. 3. Die Einrichtung einer zentralen „Beratungsstelle“, die einzelne Bibliotheken mit Informationen zur Medienbeschaffung und -auswahl versorgt, ist not- wendig (siehe dänische „Invandrerbiblioteket“ oder schwedische „International Library“). 4. Abhängig vom sozialen Umfeld müssen insbesondere die Öffentlichen Bibliotheken ihre Medienbestände und Arbeitsweise auf ausländische Mit- bürger und ihre Bedürfnisse ausrichten und entsprechend ausbauen. 5. Ein gemeinsames Portal muss entwickelt werden, in dem die Spezialkennt- nisse und -aktivitäten der verschiedenen Bibliotheken vernetzt sind, und sie somit für alle Anwender und Mitarbeiter gleichermaßen nutzbar werden. 6. Die Personalpolitik in Bibliotheken muss durch eine verstärkte Einstellung von Bibliotheksmitarbeitern mit Migrationshintergrund ergänzt werden, um die kulturell vielfältige Zusammensetzung der Bevölkerung auch beim Bibliothekspersonal spiegeln zu können. Die Anerkennung der im Ausland erworbenen bibliothekarischen Berufsabschlüsse muss vereinfacht werden. 7. Spezialisiertes wissenschaftliches Fachpersonal mit Kenntnissen von seltenen Fremdsprachen oder Spezialthemen ist notwendig. 8. Es ist notwendig, die Kataloge mit auf Unicode basierenden Transliterations- systemen zur Verfügung zu stellen: die allgemein eingesetzten Systeme sind für den weltweiten Einsatz (WebPacs) nur bedingt geeignet. 9. Es bedarf der Bereitschaft der Entscheidungsträger, dass neben der grund- versorgung für die Mehrheitsgesellschaft durch organisatorische und finanzielle Unterstützung auch solche Bereiche gefördert werden, die „unrentabel“ erscheinen, aber der Förderung kultureller Vielfalt dienen.
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