Path:
Volume Heft 9/10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue41.2007 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 9/10 1005 denzahlen kein Ausbau der kapazitäten folgte, müssen die Pädagogischen hoch- schulen nun schon seit mehreren Jahren eine Überlast an Studierenden versor- gen. Dies verstärkt an den Pädagogischen hochschulen die angespannte Lage bei räumlichen, personellen und finanziellen Ressourcen zusätzlich. Dieser Zustand wird voraussichtlich auch noch anhalten, bis die hochschulen den Ansturm der Studienanfänger des doppelten Abiturjahrgangs 2012 überstanden haben. in den darauf folgenden Jahren wird der prognostizierte Rückgang der Schülerzahlen dann aber zu einem sinkenden Lehrerbedarf, niedrigeren Studierendenzahlen und schließlich zu einer sukzessiven Reduktion der kapazitäten in den grund- ständigen Studiengängen führen. Um jedoch mittelfristig ein Unterschreiten der Grundlast zu vermeiden, müssen diese bis dahin durch alternative Studienange- bote ersetzt werden. in der einleitung wurde aufgezeigt, dass die Pädagogischen hochschulen durch das eingehen von kooperationen mit anderen hochschulen und die Schaffung neuer Studiengänge dieser herausforderung bereits wirksam begegnen. Als weiterer Schritt in diese Richtung ist beispielsweise auch die Zu- sammenarbeit mit Universitäten bei der Ausbildung für das Lehramt an Gymna- sien zu sehen. Die Bereitschaft und das Potenzial, durch Flexibilität und kreativität auf die beschriebenen Veränderungen zu reagieren, gehört klar zu den Stärken der Päda- gogischen hochschulen. Derartige Aspekte finden aber bei den üblichen evalu- ierungen ebenso wenig Berücksichtigung wie andere positive eigenschaften der Pädagogischen hochschulen, die per se schwer quantifizierbar sind. Als Beispiele möchte ich hier nur den starken Praxisbezug des Lehramtsstudiums und die Be- deutung der Pädagogischen hochschulen für das kulturelle und wissenschaft- liche Leben in der jeweiligen Region nennen. Die konstant hohen Studierendenzahlen der letzten Jahre an allen Standorten resultieren nicht nur aus einem anhaltend hohen interesse am Lehrberuf, son- dern sind gleichermaßen ein indiz dafür, dass die Pädagogischen hochschulen aus Sicht der Studierenden attraktive Studienorte sind. Dies zeigt sich auch daran, dass die aktuelle Zahl der Bewerber für die neuen Bachelor-Studiengänge die An- zahl der verfügbaren Studienplätze um ein Mehrfaches übersteigt und damit die erwartungen weit übertrifft. ein Wermutstropfen indes bleibt: Die entscheidung des baden-württember- gischen kabinetts 1994 hat gezeigt, dass die Frage nach dem Fortbestand der Pädagogischen hochschulen jenseits aller Fakten und rationalen Überlegungen immer auch eine politische ist. Die jüngste explizite Bestandsgarantie für die Päd- agogischen hochschulen ist im Regierungsprogramm der CDU Baden-Württem- berg abgegeben und läuft zumindest noch bis zum Jahr 2011.31 31 http://www.cdu-bw.de/politik/landtagswahl-2006/regierungsprogramm/ [zuletzt aufgerufen am 23.07.2007], S. 29.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.