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Volume Heft 9/10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue41.2007 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007), H. 9/10 999 genständiger Prägung „auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung in hoch- schulmäßiger Lehre und praktischer Übung“ auf ihre Aufgaben vorbereitet wer- den.9 Da man diesen Schritt als bewusste Fortführung der konzeption Sprangers begriff, erhielt dessen Anwesenheit und Gastbeitrag bei der genannten Feierstun- de eine geradezu symbolhafte Bedeutung. Dass die Pädagogischen hochschulen zu diesem Zeitpunkt noch keine wissen- schaftliche hochschulen waren, zeigte sich unter anderem am fehlenden eigenen Forschungsauftrag und an der gesetzlichen Festlegung, dass sie „zur Förderung ihrer Aufgaben […] eine enge Verbindung mit den wissenschaftlichen hochschu- len [erstreben]“10. Die Pädagogischen Hochschulen werden wissenschaftliche Hochschulen in Weiterführung dieses Ansatzes wurden die Pädagogischen hochschulen 1971 durch das Gesetz über die Rechtsstellung der Pädagogischen hochschulen und der Berufspädagogischen hochschule als wissenschaftliche hochschulen de- finiert, die in Forschung und Lehre frei sind und das Diplom für erziehungswis- senschaften verleihen können.11 Außerdem wurde ihnen zum 1. Januar 1972 die Rechtsstellung von körperschaften des öffentlichen Rechts verliehen. Das Status- gesetz 1971 übertrug den Pädagogischen hochschulen nun erstmals einen klaren Forschungsauftrag „im Bereich der erziehungswissenschaften und der Didaktik der Fächer“. Die einrichtung erziehungswissenschaftlicher Studiengänge für an- dere Berufszweige und die Nachwuchsförderung wurden ebenfalls schon zu den Aufgaben der Pädagogischen hochschulen gerechnet. im selben Jahr wurden in Baden-Württemberg auch die Fachhochschulen ein- geführt. Beide entwicklungen sind im Rahmen der bildungspolitischen Diskus- sionen und Reformen zu sehen, die etwa Mitte der 1960er Jahre in der ganzen Republik aufflammten und bei denen Baden-Württemberg in vielerlei hinsicht eine Vorreiterrolle einnahm.12 Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass in Baden-Württemberg zu diesem Zeitpunkt die Grundsatzentscheidung zur Bildung von Gesamthochschulregionen bereits gefallen und 1972 vom Landtag verabschiedet worden war. Diese Pläne wurden aber aufgrund veränderter bil- 9 § 1 (1) VLAG, a.a.o., S. 188. 10 ebd. 11 Gesetz über die Rechtsstellung der Pädagogischen hochschulen und der Berufspäda- gogischen hochschule vom 26. Juli 1971. in: Gesetzblatt für Baden-Württemberg, 1971, Nr. 19, S. 301–304 (im Folgenden Statusgesetz 1971). 12 Vgl. dazu Sepaintner, Fred: Baden-Württemberg 1960–1992. in: handbuch der baden- württembergischen Geschichte. Band 4: Die Länder seit 1918. Stuttgart : klett-Cotta, 2003, S. 591–895, S. 840ff.
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