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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue40.2006 (Rights reserved)

Notizen 908 Bibliotheksdienst 40. Jg. (2006), H. 7 seines Vortrages. Vom Schreckgespenst für die Verlage habe sich Open Access zu einem neuen geschäftsmodell entwickelt, bei dem an die Stelle des zahlenden Nutzers der zahlende Autor trete, wobei sich letztlich die Kosten für die Publi- kation nicht änderten. In Zukunft seien hier noch differenzierte Erfahrungen zu sammeln. Im zweiten Teil seiner Rede kritisierte Herr Dr. v. Lucius die Paragraphen 52a und 52b des Urhebergesetzes. Diese erlauben Bildungseinrichtungen, Teile eines Werkes – ohne Zustimmung der Inhaber der Verwertungsrechte – für den Unterricht zugänglich zu machen, und Bibliotheken, digitale Werke an mehreren Arbeitsplätzen innerhalb der Bibliothek anzubieten. Herr Dr. v. Lucius sah darin eine Existenzgefährdung sowohl für Autoren, die ihren Lebensunterhalt durch die Verlagshonorare bestritten, als auch für deutsche Verlage, die im Vergleich zu in- ternationalen Verlagskonzernen unter derartigen Bedingungen nicht mehr beste- hen können. Er plädierte schließlich dafür, dass trotz unterschiedlicher Positionen in den angesprochenen Themen von allen Seiten gemeinsam nach den besten Lö- sungen für das gesamtsystem „Informationsversorgung“ gesucht werden müsse. Nach den Festvorträgen brachte Herr Berndt Dugall, Direktor der Universitäts- bibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt a.M. und erster Vorsitzender von Subito e.V., einen zusätzlichen Diskussionsbeitrag, in dem er aus seiner Sicht die Auseinandersetzung zwischen Verlagen und Börsenverein auf der einen Seite und den Bibliotheken auf der anderen Seite darstellte. Insbesondere bezog er sich dabei auf das zur Zeit vor dem Landesgericht München laufende Verfahren, bei dem ursprünglich nur auf Verbot des Dokumentenlieferdienstes Subito geklagt worden war, nun jedoch die Rechtmäßigkeit der gesamten Fernleihe angegriffen wird. Nicht nur der Verlag Elsevier, sondern ausgerechnet der Börsenverein des deutschen Buchhandels, dessen Vorsitzender in seiner soeben gehaltenen Rede für Vertrauen plädiert habe, sei einer der Kläger. Herr Dugall kritisierte auch, dass Herr Dr. v. Lucius zwar ausführlich auf den Paragraphen 52 des Urhebergesetzes eingegangen sei, eine Stellungnahme zum Paragraphen 53, der den Kopienver- sand regelt und Kern der laufenden Auseinandersetzungen ist, habe er aber ver- mieden. Die Brisanz und die Emotionalität, mit der die laufenden Auseinander- setzungen geführt werden, machte u.a. die von Herrn Dugall zitierte Aussage des Justiziars des Börsenvereins deutlich, in der die Bibliotheken als „Totengräber der Verlage“ bezeichnet wurden. Mit dem Vorschlag von Herrn Lenz, die Problematik des Urheberrechtes mit den unterschiedlichen Positionen als Thema für den kommenden 16. Bibliothekstag zu planen, wurde die Vormittagsveranstaltung beendet. Am Nachmittag fand im Lesesaal der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda das Forum „Katalogisierung im Zeitalter von google und Amazon“ statt, zu dem Herr Dugall, Moderator des Forums, rund 60 Teilnehmer begrüßen konnte. Der erste Referent, Prof. Dr. gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrums Freiburg und Mitglied des Unterausschusses für Informationsmanagement der
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