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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue40.2006 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken  Bibliotheksdienst 40. Jg. (2006), H. 1 dauerhaft zu bewahren. Dann stellten weitere Redner eine aktive Vermittlungs- rolle der Bibliothekare teilweise in Frage („der Weg zur Vermarktung führt in die Sackgasse“), von den Amerikanerinnen wurde dies aber vehement unterstützt, die etwa Parties zu Halloween oder zum Valentine’s Day anbieten. Hemmschwel- len von Schülern etwa seien gut durch geeignete Aktionen zu überwinden. An- dererseits müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass hierzulande die Wissenschaftler z.B. an den universitäten meinen, sie könnten die Werke der Sondersammlungen viel besser präsentieren als die Bibliothekare. Der Rat lautet: aufhören mit dem Bejammern der Situation an den universitäten und beginnen. Auch für diesen Be- reich sollte es heißen: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Anmerkungen von Jürgen Weber zu diesem Komplex bezogen sich auf die Tat- sache, dass die Sondersammelgebiete (SSG) der DFG nicht unbedingt als Son- dersammlungen angesehen werden – er möchte dies gern diskutiert wissen und weist auf die Notwendigkeit einer Definition hin: Was ist sammlungswürdig, was bedeuten Sondersammlungen? Wie ist der Widerspruch von Bewahren und Zu- rückerstatten zu lösen? Kulturelles und koloniales Erbe, Erinnerungskultur und Politik sollten thematisiert werden. Über diesem sollte nicht vergessen werden, dass Bibliotheken auch reale Orte, Treffpunkte, Begegnungsstätten sind, die von den dort Beschäftigten eine besondere Kommunikationskompetenz beim um- gang mit unterschiedlicher Klientel erfordern. Dies sei auch eine Frage der Aus- bildung. Dazu fand eine Podiumsdiskussion mit Beteiligung des Publikums statt, in der verschiedene Aspekte dieses Themas angesprochen wurden. Etwa: Wich- tig für Sondersammlungsbibliothekare ist “Passion for the job!” Zur Zeit gäbe es exzellente leute auf dem Markt, was die wissenschaftliche Ebene betrifft, aber die Handschriftenkatalogisierungsfähigkeiten nehmen rapide ab – was auch den derzeitigen Studiengängen der Fachhochschulen geschuldet ist, die alles andere als Bibliothekare mit ihrem Handwerkszeug ausbilden. Die künftigen Bachelor- Studiengänge sind keine Bereicherung, sondern verkürzen und verflachen. Es gibt so gut wie keinen Ort mehr, an dem Bibliothekswissenschaften, Bibliotheks- geschichte und bestimmte Hintergründe unterrichtet werden, „und es kostet uns mindestens sechs Monate, bis wir die leute so weit haben, dass sie für uns arbeiten können.“ Wichtig sind Sprachkenntnisse, insbesondere latein, aber auch als zen- trale Kompetenz die Teamfähigkeit. „Jemand der fachlich gut ist, aber nicht mit sich reden lässt, ist faktisch fehl am Platz.“ Ergänzend: „Fachliche Kompetenzen nützen mir ohne soziale Kompetenzen relativ wenig.“ Schlimm sei, dass „Biblio- thekare“ und „Bibliothekswesen“ manchmal sogar als unwort aufgefasst werden, fast überall heißt es nun „Informationsmanagement“ bis hin zu „library Science“ (wenn es denn wenigstens als Wissenschaft unterrichtet würde!). Erforderlich ist ein neues Image der Bibliothekare in der Öffentlichkeit und die alten Klischees von den Ärmelschonern und Nischentypen nicht länger zu tolerieren.
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