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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Recht THEMEN und Studium. Sie stellen dafür die institutionelle und organisatorische Infra- struktur bereit." Von der Bibliothek ist zunächst nicht die Rede. Es geht um die Hochschule, die mit ihren Einrichtungen, zu denen auch die Bibliothek gehört, eine funktio- nierende Informations- und Kommunikationsinfrastruktur bereitstellen soll. Man wird hier neben der Bibliothek auch das Rechenzentrum verorten müs- sen, denn eine moderne Informationsinfrastruktur ist ohne seine Dienstleis- tungen nicht denkbar. Entgegen dem Trend, Bibliothek und Rechenzentrum unter dem Gesichtspunkt der Informationsversorgung zusammenzufassen, wie das eindrucksvoll in Baden-Württemberg geschehen ist, hat der Gesetz- geber die Rolle des Rechenzentrums ganz in die Verantwortung der Hoch- schulen übergeben und sich auf die Formulierung von Zielvorgaben be- schränkt.7 2.2 § 100 Abs. 2 HSG-LSA Der zweite Absatz von § 100 HSG-LSA widmet sich der Hochschulbibliothek: ,,Die Hochschulbibliotheken ermöglichen den öffentlichen Zugang zu wissen- schaftlicher Information und sichern die Versorgung mit Literatur und anderen Medien durch ein koordiniertes Bibliotheks- und Informationsmanagement. Sie umfassen jeweils alle bibliothekarischen Einrichtungen der Hochschule und erfüllen für ihren Bereich die Verpflichtung des Landes Sachsen-Anhalt zum Gemeinsamen Bibliotheksverbund." Die Norm beschränkt sich auf eine Aufgabenumschreibung und enthält sich im Gegensatz zu § 102 HSG-LSA a.F. inhaltlicher Vorgaben zur Organisation und Verwaltung der Bibliothek. Lediglich in Satz 2 wird durch die Zusammen- fassung aller bibliothekarischen Bereiche in der Hochschulbibliothek die (funk- tionale) Einschichtigkeit der Bibliothekssysteme normiert.8 Das ist aus biblio- 7 Vgl. Schnelling, Neues Landeshochschulgesetz Sachsen-Anhalt : zur Rolle der wis- senschaftlichen Bibliotheken, in: Mitteilungsblatt der Bibliotheken in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, H. 129 (2004), S. 18; Regierungsbegründung zum Gesetzent- wurf in LT-Drs. 4/1149 vom 13. November 2003, S. 94: ,,Aus Gründen der Deregulie- rung und Stärkung der Hochschulautonomie ist die Generalklausel für zentrale Ein- richtungen in § 100 ausreichend für die gesetzliche Normierung dieser Einrichtungen der Hochschulen. Das Hochschulrechenzentrum, das Sprachenzentrum und das Hochschulsportzentrum werden somit in dem Gesetzestext nicht mehr eigens be- nannt.", sowie S. 124. 8 Aufgrund der Materialien in LT-Drs. 471149 vom 13. November 2003, S. 125 ist Satz 2 so zu verstehen (,, ... ist ... zu gewährleisten, ... dass das einschichtige Bibliothek- system beibehalten wird."), anders Schnelling, Neues Landeshochschulgesetz BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 7 955
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