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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Bibliotheken THEMEN Das neue Verbundmodell des Bibliotheksverbundes Bayern ­ Ein Erfolgsmodell? Robert Scheuerl Am 1. Juli 2004 nahm der Bibliotheksverbund Bayern ein neues Verbundsys- tem auf Basis von Aleph 500 in Betrieb. Er verabschiedete sich damit von der rund zwanzig Jahre alten Eigenentwicklung BVB-KAT und setzt fortan auf ein Standardprodukt, das bereits bei anderen Verbünden im Einsatz ist. Die durch die bisherige Insellösung bedingte Isolierung war das Hauptmotiv des Wech- sels; auch war die Weiterentwicklung des Mainframe-Systems BVB-KAT zu- nehmend an Grenzen gestoßen. Mit dem Entschluss, ein neues Verbundsys- tem einzuführen, wurde zugleich das bisherige Verbundmodell auf den Prüf- stand gehoben. Verbundmodelle In den Verbundregionen Deutschlands sind unterschiedliche Verbundmodelle realisiert. Die alten Verbünde, deren Wurzeln bis in die siebziger Jahre zurück- reichen, sind überwiegend zentral ausgerichtet. Historisch bedingt, liegt hier der Schwerpunkt bei der Katalogisierung, dem Bereich, der als erstes auto- matisiert wurde. Es handelt sich um Katalogisierungsverbünde mit einem zentralen Online-Verbundsystem, in dem neben rein bibliographischen Daten auch bibliotheksspezifische bis hin zu Exemplardaten gehalten werden. Die Verbundbibliotheken betreiben daneben Lokalsysteme, die mit den Katalog- daten aus dem Verbundsystem versorgt werden. Die Lokalsysteme sind Basis der EDV-gestützten Erwerbungs- und Ausleihvorgänge und dienen zur Bereit- stellung eines Onlinebenützerkatalogs. Um die verfügbaren Ressourcen opti- mal zu nutzen, Redundanzen zu vermeiden und weitgehende Transparenz zu gewährleisten, handelt es sich um integrierte Anwendungen. Beispiele für die- ses Modell sind bzw. waren der Südwestverbund, der Nordrheinwestfälische Verbund, der Gemeinsame Bibliotheksverbund mit Sitz in Göttingen, der Hes- sische Verbund und, bis zur Einführung des neuen Verbundsystems, auch der Bibliotheksverbund Bayern. Der vergleichsweise junge Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Branden- burg ging von Anfang an einen anderen Weg. Er verwirklichte ein konsequent dezentrales Modell, in dem die Bibliotheken dezentral katalogisieren. Der Ver- bundkatalog, der auch als Fremddatenquelle dient, entsteht aus der Zusam- menführung der Kataloge der einzelnen Bibliotheken. Im österreichischen Bibliotheksverbund, wo man sich 1999 sowohl für ein Aleph-Verbundsystem als auch für Aleph-Lokalsysteme entschied, wählte BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 7 885
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