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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Benutzung THEMEN mit Handybenutzern würden eventuell vermieden. Andererseits erleichtert die Schaffung von Zonen, in denen das Telefonieren erlaubt ist, das strikte Verbot in den anderen Bereichen tatsächlich einzuhalten. Den Benutzern, die sich zum großen Teil mehrere Stunden in der Bibliothek aufhalten, wird dann nicht gänzlich die Möglichkeit genommen, innerhalb des Hauses zu telefonieren. Die letztlich beschlossenen Maßnahmen bildeten in jeder Hinsicht einen Kom- promiss. Auf das Handyverbot sollte (besonders im Haus Potsdamer Straße) bereits an den Eingangstüren mit Verbotsschildern hingewiesen werden, tat- sächlich durchgesetzt werden sollte es jedoch nur im kontrollierten Bereich, d. h. hinter den Eingangskontrollen. In beiden Häusern blieben damit Zonen er- halten, in denen das Telefonieren geduldet wird. Um tatsächlich ein Druckmittel in der Hand zu haben, wurde vor Aktionsbe- ginn die rechtliche Möglichkeit für die Erteilung eintägiger Benutzungsverbote bei Handybenutzung abgeklärt. Da die Benutzungsordnung eindeutig das Verbot des Betretens des Lesesaals mit eingeschaltetem Handy enthält und eine Zuwiderhandlung gegen die Benutzungsordnung mit Benutzungsverbot belegt werden kann, gab es hier keine Probleme. Zusätzlich gegeben ist auch die Möglichkeit, bei Uneinsichtigkeit oder wiederholter Handybenutzung län- gere Benutzungsverbote zu erteilen. Besonders kontrovers diskutiert wurde der Zeitpunkt des Eingreifens. Recht- fertigt die getippte SMS bei offensichtlich eingeschaltetem Handy ein Benut- zungsverbot oder muss das Telefon dazu erst geklingelt haben? Sicher würde auch hier die strengere Regel helfen, Diskussionen weitgehend auszuschlie- ßen, aber wäre so eine Maßnahme noch angemessen? Auch hier wagten wir den Spagat zwischen gedrucktem Recht und tatsächlicher Anwendung. Wie in der Benutzungsordnung wurde auf allen verteilten Informationsblättern stets vom ,,ausgeschalteten Handy" gesprochen, eingegriffen werden sollte jedoch nur dann, wenn die Benutzung des Handys wirklich stören würde, also durch einen Klingelton oder durch ein geführtes Gespräch. Zur Vorbereitung der Aktion wurde ein Informationsplan für die Benutzerinnen und Benutzer erstellt. Die Januarausgabe von ,,Neues aus der Benutzung" sollte die Aktion ankündigen. Nach dem Hinweis auf bisher vergebliche Appel- le wurde hier auch der Termin (Montag, der 7. Februar) erstmals genannt, ab welchem Handybenutzung zu Benutzungsverbot führen sollte. Ab Februar wurden Informationszettel beim Betreten des Lesesaals ausgegeben, die in deutsch und englisch kurz auf die Erteilung von Benutzungsverboten bei Han- dybenutzung hinwiesen. Parallel zur Information der Benutzerinnen und Benutzer wurden in Zusam- menarbeit mit dem Fortbildungsreferat der FU Berlin Schulungen für die Mit- arbeiter organisiert. Die Schulungen waren so angelegt, dass mögliche Kon- fliktsituationen durchgespielt und Reaktionsvarianten gemeinsam erarbeitet und eingeübt werden konnten. An den Schulungen nahmen neben den ständi- BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 7 883
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