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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Recht THEMEN nen eine solche Laufbahn. Sie ist allerdings rechtlich unterschiedlich aus- gestaltet. Man unterscheidet nämlich im Beamtenrecht zwischen einer Regellaufbahn und einer Fachrichtungslaufbahn.13 Die Regellaufbahn ist der beamtenrechtli- che Normalfall. Je nachdem ob eine Regel- oder eine Fachrichtungslaufbahn vorliegt, gelten unterschiedliche Voraussetzungen für den Erwerb einer Lauf- bahnbefähigung. Erfüllt ein Bewerber um eine bibliothekarische Beamtenstelle 14 diese Voraussetzungen, ist er ein ,,Laufbahnbewerber". Hat er die Voraus- setzungen im Rahmen einer Regellaufbahn erworben, nennt man ihn auch ,,Regellaufbahnbewerber". Besitzt er die Laufbahnbefähigung aufgrund von Vorschriften über ein Beamtenverhältnis besonderer Fachrichtung, so ist er ,,Bewerber besonderer Fachrichtung". Werden die laufbahnrechtlichen Vor- aussetzungen nicht erfüllt, hat der Bewerber den Status eines ,,anderen Be- werbers". Auch hier ist eine Verbeamtung möglich, freilich unter erschwerten Bedingungen. 4. Die Regellaufbahn Die Befähigung zur Regellaufbahn wird durch Vorbereitungsdienst und Lauf- bahnprüfung erworben, vgl. § 14 Abs. 1 BRRG. Der Vorbereitungsdienst findet grundsätzlich im Beamtenverhältnis auf Widerruf statt und wird Referendariat genannt.15 Bibliotheksreferendare sind nach erfolgreich abgelegter Laufbahn- prüfung Regellaufbahnbewerber. Sie führen die Berufsbezeichnung ,,Biblio- 16 theksassessoren" oder ,,Assessoren des Bibliotheksdienstes". 13 Vgl. Wind/Schimana, Öffentliches Dienstrecht, 5. Aufl., Stuttgart [u.a.] 2002, Rn. 161 f. 14 Vgl. zur Terminologie Güntner, Laufbahnbewerber und Außenseiter, S. 32. 15 Vgl. Wind/Schimana, Öffentliches Dienstrecht, Rn. 165. 16 Früher wurde der Bibliothekar während seiner Probezeit ,,Bibliotheksassessor" ge- nannt. Seit Einführung der Dienstbezeichnung ,,Bibliotheksrat z.A." kann der Biblio- theksassessor auch von ehemaligen Referendaren mit bestandener Laufbahnprü- fung, aber ohne Anstellung, als Berufsbezeichnung geführt werden. Vorher durften sie sich nur ,,Assessoren des Bibliotheksdienstes" nennen. Die unterschiedlichen Bezeichnungen der Absolventen der einzelnen Bundesländer (vgl. Hessen und Bay- ern) rühren daher, vgl. zur Terminologie Böhm, Rechtsfragen der Beamtenausbil- dung S. 53. Die Bezeichnung ,,Bibliotheksassessor" ist verwaltungsgeschichtlich moderner. Das Berliner Laufbahnrecht differenziert übrigens zwischen ,,Assessoren des Bibliotheksdienstes" (Laufbahn des höheren Dienstes an öffentlichen Bücherei- en) und ,,Bibliotheksassessoren" (Laufbahn des höheren Dienstes an wissenschaftli- chen Bibliotheken), vgl. § 13 der Prüfungsordnung für die Laufbahnprüfung von Bib- liotheksreferendarinnen und Bibliotheksreferendaren vom 6. Februar 2002 (Lansky/Kesper, Bibliotheksrechtliche Vorschriften Nr. 1643). BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 5 657
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