Path:
Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN Nachteil stellte sich dabei vor allem die mangelnde Einbindung in die Curricula heraus. Häufig kamen Studierende, die mehrere Einführungsseminare in un- terschiedlichen Fächern belegt hatten, zwei- oder dreimal pro Semester zu sehr ähnlichen Veranstaltungen in die Bibliothek. Präsentiert wurden ihnen dann Katalog, Digitale Bibliothek, die wichtigsten Datenbanken und die Düs- seldorfer Virtuelle Bibliothek, wobei im Grunde nur die Beispiele auf den jewei- ligen Seminarinhalt abgestimmt waren. Zu Recht kritisierte dieser Personen- kreis die mangelnde Koordination der Veranstaltungen und die fehlende Integ- ration in die Curricula. Weitaus größer blieb jedoch der Anteil der Studieren- den, deren Dozentinnen und Dozenten keinen Gebrauch von dem fachspezifischen Angebot der Fachreferate machten und die auch nicht das allgemeine Schulungsangebot nutzten. Ihnen konnten daher für ihren Stu- dienerfolg wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten nicht vermittelt werden. Diese Situation war äußerst unbefriedigend und unter dem Aspekt des Perso- naleinsatzes ineffizient, da sich die schulenden Bibliothekarinnen und Biblio- thekare nach mitunter langwierigen Vorbereitungen eines Schulungstermins oft nur einer kleinen Teilnehmergruppe gegenübersahen. Die Erarbeitung ei- nes umfassenden Konzepts, das sowohl die Aktivitäten des freien allgemeinen Schulungsprogramms als auch die Angebote der Fachreferate integriert und sich eng an die Lehrpläne anlehnt bzw. curricular einbindet, war für die Biblio- thek der logische nächste Schritt. Soweit die Düsseldorfer Erfahrungen aus der Praxis. Auf der Ebene informati- onswissenschaftlicher Theorie war in Nordrhein-Westfalen in der Zwischenzeit ebenfalls der Schritt von der objektorientierten Nutzerschulung hin zur Ver- mittlung von Informationskompetenz als Kernaufgabe einer Teaching Library im Prozess eines Lifelong Learning vollzogen worden.4 Nach dem PISA- Debakel, den europaweiten Standardisierungsbemühungen um akademische Qualifikation mit der Einführung konsekutiver Studiengänge auch in Deutsch- 5 land und der sogenannten SteFi-Studie waren bildungs-, wissenschafts- und hochschulpolitisch die Weichenstellungen erfolgt, um die Informationskompe- tenz der Studierenden gezielt auszubauen und als berufsorientierende Schlüsselqualifikation systematisch zu fördern. Für die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf waren damit alle Vor- aussetzungen geschaffen, sich mit einem eigenen Konzept, wie Informations- kompetenz als Schlüsselqualifikation gerade auch innerhalb der neuen konse- 4 Vgl. Annemarie Nilges, Anneke Thiel: Informationskompetenz: Tradition, Theorie, Terminologie. In: Jahrbuch der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2003. Düssel- dorf 2004, S. 513­529. 5 Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information in der Hochschulausbildung. Studie im Auftrag des BMBF. Juni 2001 http://www.stefi.de/ BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 4 489
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.