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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

AUS DER BID gung stehenden Fördermittel, auch auf EU-Ebene, transparent zu machen und bei der Antragsstellung zu beraten, wäre ein deutlicher Fortschritt für die Bibliotheken in Deutschland. Eine weitere wichtige Aufgabe ist das Identifizie- ren, Aufbereiten und Verbreiten gelungener Lösungen durch Beratung und Förderung. Der Bedarf einer BEA ist für die Bertelsmann Stiftung auch aus den eigenen 25 Jahren Engagement im Bibliotheksbereich evident: bei den Bibliothekspro- jekten war die Frage, welche externen Partner Modelllösungen aufgreifen und weiterentwickeln, häufig nicht befriedigend zu lösen, da sich hierfür keine poli- tische Zuständigkeit fand. c) Wäre die Verabschiedung eines Bibliotheksgesetzes hilfreich und warum? Siehe die vorherigen Anmerkungen ­ als Einzellösung begrenzt, als Teil eines Maßnahmenpaketes unbedingt. Dabei geht es bei einer solchen Frage nicht in erster Linie um die den Ländern zugewiesene inhaltliche Kompetenz zur Gesetzgebung in Bildungs- und Kul- turfragen. Es geht vielmehr um die aus der Verfassung entspringende Konkre- tisierung des individuellen Anspruchs auf Informationsfreiheit und deren quali- tativer Sicherstellung und Weiterentwicklung in Zeiten, in denen immer mehr Informationsflut in Wahrheit zu immer weniger Informationsmöglichkeit führt, wenn nicht eine sinnvolle Unterstützung durch Bibliotheken erfolgt. d) Sollte Ihrer Meinung nach ein Bibliotheksentwicklungsplan erstellt werden? Deutschland als Wissensgesellschaft benötigt tragfähige Strategien, wie das Wissen in diesem Land organisiert werden soll. Dabei spielt die Einbeziehung der Bibliotheken als kompetente Wissensmanager eine wichtige Rolle, sei es, um ein digitales Gedächtnis der Wissenschaft zu erarbeiten, oder um den ein- zelnen Bürger im Bereich seiner Informationskompetenz zu stärken. Ein Bib- liotheksentwicklungsplan sollte beinhalten: · Eine klare politische Zielsetzung und Fünfjahres-Strategie, wie sich Biblio- theken in der Wissensgesellschaft und angesichts der technischen und gesellschaftlichen Veränderungen positionieren, verbunden mit einer For- mulierung ihres Bildungsauftrags · Verbindliche Qualitätsstandards, als Mindeststandards formuliert · Maßnahmenpakete, die innerhalb der fünf Jahre Schwerpunkte der biblio- thekarischen Arbeit darstellen sollten 456 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 4
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