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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

AUS DER BID e) Auf welche Erfahrungen bei der Kooperation von Ländern und Kommunen auf dem Gebiet der Bibliotheken könnte hierbei zurückgegriffen werden? Das Bibliothekswesen ist partiell vergleichbar dem Schul- und Hochschulsys- tem in den Ländern. Dieses Vorbild wäre zu nutzen für ein durchlässiges Sys- tem von Bibliotheks- und Informationseinrichtungen, das von der flächende- ckenden Grundversorgung bis zur hochspezialisierten Informationsversorgung für Wissenschaft und Forschung reicht. Und noch einmal: Ausländische Beispiele zeigen, wie es geht. Da Deutsch- land stärker föderalistisch gegliedert ist als jedes andere europäische Land, könnten kleinere Staaten wie Finnland als Vorbild für solche Kooperation auf Landesebene dienen: Dort wirkt das Ministerium für Bildung zusammen mit den Distriktverwaltungen durch Förderprogramme auf die Arbeit der kommu- nalen Bibliotheken ein. f) Fehlt den Bibliotheken ein verbindlicher Qualitätsstandard, auf den sie ihre Arbeit ausrichten können? Ja, er fehlt. Wenn man sich z. B. mit französischen ,,Kulturschaffenden" unterhält, so be- gegnet man ungläubigem Staunen über diesen Mangel. Qualitätsstandards für Bibliotheken gibt es in Großbritannien, und kürzlich wurden solche für öffentli- che Bibliotheken in den Niederlanden formuliert. In den Betrieben und Unternehmen, auch in vielen Bildungseinrichtungen, wie beispielsweise den Schulen, sind Qualitätsstandards eingeführt worden bzw. es wird über eine solche Einführung nachgedacht. In der Schweiz, aber auch in den skandinavischen Ländern ist diese Entwicklung besonders weit voran- geschritten. Nur so ist eine Evaluation und Qualitätsmessung bezüglich der Leistungsfähigkeit von Betrieben letztlich möglich, und dies gilt für die Biblio- theken in Deutschland in gleicher Weise. Es ist dem Bibliothekswesen eines hochentwickelten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts wie Deutschland unwürdig, dass viele öffentliche wie wissenschaftliche Bibliotheken nach wie vor benutzerunfreundliche Kataloge und Öffnungszeiten, stark voneinander abweichende Formen der Medien- und Informationsvermittlung pflegen und noch längst nicht in ausreichendem Maße über moderne Formen und Syste- me der Medienbearbeitung bzw. -erschließung verfügen. Die Qualität dieser Bibliotheksdienstleistungen, die unmittelbar der kulturellen Bildung zugute kämen, wäre kontinuierlich zu steigern, wenn die Bibliotheken sich auf ver- bindliche Qualitätsstandards festlegen würden. BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 4 443
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