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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

AUS DER BID Die strukturelle Schwäche, dass in der Regel fast 80% des Bibliotheksbud- gets als Fixkosten für Gebäude und Personal aufgewendet werden, führt zu einem immer niedriger werdenden Anteil für Erwerbungsmittel. Teilweise enorme Preissteigerungen im Buchhandel und insbesondere bei wissen- schaftlichen Zeitschriften führen in der Kombination mit Reduzierungen der Erwerbungsetats dazu, dass immer weniger neue Bücher zur Verfügung gestellt werden können. Unter dieser Last haben die Studenten der Universi- täten und anderen Hochschulen ebenso zu leiden wie die Schüler und erwachsenen Nutzer der Öffentlichen Bibliotheken. In den 90er-Jahren haben alle Bundesländer im Verein mit Bundesprogram- men und privatrechtlichen Fördermaßnahmen Investitionen in die Modernisie- rung öffentlicher Bibliotheken zur Teilnahme an der Informationsgesellschaft geleistet. Dennoch ist schon jetzt erkennen, dass es mit einmaligen Mittelzu- wendungen nicht getan ist. Wenn nicht eine kontinuierliche Fortschreibung vor allem der technischen Ressourcen erfolgt, ist auf lange Sicht mit Investiti- onsruinen zu rechnen. A: Strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen für öffentliche Bibliotheken 1. Wie beurteilen Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für Bibliotheken? Gibt es aus Ihrer Sicht Hemmnisse für den Bibliotheksbetrieb und das Bibliotheksmanagement? Welche Faktoren gefährden aus Ihrer Sicht die Bibliotheken in Deutschland? Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Bibliotheken bedürfen der Verbesse- rung bzw. müssen erst geschaffen werden. Bibliotheken müssen in hoher Ge- schwindigkeit Innovationen vornehmen in Technik, Medienangebot und Dienstleistungen. Diese Innovationen werden erschwert und mancherorts un- möglich gemacht durch folgende Rahmenbedingungen: Gesetzliche Absicherung: Abgesehen von dem Gesetz über Die Deutsche Bib- liothek gibt es in Deutschland kein spezielles Gesetz, das die Aufgaben von Bib- liotheken fixiert. Während der Betrieb von Hochschul- und wissenschaftlichen Regionalbibliotheken durch Landesgesetze (Pflichtexemplar- bzw. Hoch- schulgesetz) geregelt ist, gibt es eine vergleichbare Festlegung für Öffentliche Bibliotheken nicht; ihr Betrieb gilt als freiwillige Aufgabe der Kommunen. Damit sind Öffentliche Bibliotheken in ihrem Entwicklungsstand und zuweilen auch in ihrer Existenz abhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Trägerge- meinde. Finanziell: Knappe öffentliche Kassen verhindern die notwendigen Investitio- nen in zeitgemäße Technik der Informationsvermittlung, Ausbau der Bestände und kundenorientierte Dienstleistungen (z.B. Öffnungszeiten für Berufstätige, also nach 17:00 Uhr, nachts oder sonntags). BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 4 439
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