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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

NOTIZEN wären die gesamten Buchbestände im Erweiterungsgebäude sicher unterge- bracht gewesen. Die bauliche Erweiterung bietet nun die Chance, die Wiederherstellung des Verlorenen zu organisieren und zugleich das seit vielen Jahren verfolgte Bib- liothekskonzept weiterzuentwickeln. Die Herzogin Anna Amalia versteht sich in erster Linie als Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte mit Schwerpunkt auf der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Spätro- mantik. Für das neue Studienzentrum wird ein für die Geschichte Weimars bedeutsa- mer historischer Gebäudekomplex mit dem Roten und Gelben Schloss nutz- bar gemacht. Das Rote Schloss ist das älteste und architektonisch interessanteste Gebäude, das 1576 als Witwensitz für die Herzogin Dorothea Susanna errichtet wurde. Bereits um 1630 wurde hier einmal der Buchbesitz von Herzog Wilhelm IV. aufbewahrt, ein Bestand, der zum Teil in die spätere Herzogliche Bibliothek eingeflossen ist. Der Schlösserkomplex ist ein Gefüge verschiedenartiger Baukörper aus unterschiedlichen Bauepochen (Renaissance, Barock bis Überformungen nach den Kriegszerstörungen). Es diente zuletzt als Sitz städtischer Behörden. Für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist es ein großer Gewinn, dass mit der Einbeziehung der benachbarten Liegenschaft eine räumliche Zersplitterung vermieden werden konnte. Die Idee der ,,einen Bibliothek" wird baulich realisiert, denn die Baukörper sind auch unterirdisch miteinander verbunden. Der im Stadtraum sichtbare Teil des Ensembles wurde ergänzt durch einen Eingangsneubau und einen unterirdischen Lesebereich mit Tageslicht. Unter dem Platz der Demokratie verborgen liegt das 2-geschossige Tiefmagazin, das eine Kapazität von 1 Million Büchern besitzt und an Stammhaus und Stu- dienzentrum angeschlossen ist. Ein in den alten Innenhof eingesetzter Bücherkubus mit 16 verglasten Ober- lichtern bildet das Kernstück der neuen Anlage und verleiht dem heterogenen Gefüge eine ruhige Mitte. Mit seinem Kontrast zwischen ,,rauer" Außenseite aus Sichtbeton und ,,feiner Holzschale" im Innern mit umlaufenden Bücherga- lerien, ist dieser geometrische Innenraum ein modernes Pendant zum Roko- kosaal des Stammgebäudes der Bibliothek. Um den Bücherkubus, der auch für Lesungen und andere Veranstaltungen genutzt werden kann, liegen auf verschiedenen Ebenen die öffentlichen Bereiche des neuen Studienzentrums. Diese wiederum sind umgeben von den Verwaltungsräumen und Spezialbe- reichen der Bibliothek. Das Erdgeschoss des Studienzentrums ist als offener Informationsbereich an- gelegt mit Eingangshalle, Information/Ausleihe, Wartezonen, Garderoben, Ka- talog, Cafeteria, Mediathek, Fotothek und einem Hörsaal. Im Obergeschoss BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 3 391
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