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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung gestellt werden. So haben völlig unterschiedliche hebräische Worte wie Na- schim (Frauen) und Natzim (Nazis) ohne diakritische Zeichen dieselbe lateini- sche Umschrift. Die folgende Tabelle verdeutlicht die Problematik der bisheri- gen RAK-Umschrift: Übliche Aussprache RAK-Umschrift AACR-Umschrift Zion .siyyôn tsiyon Schivat Zion sîvat .siyyôn shivat tsiyon Ha-Schoah has-sô' ha-Sho'a Naschim (Frauen) nsîm nashim Natzim (Nazis) nâ.sîm natsim Eretz Israel Ere.s Yir'l erets Yisra'el Ha-Schomer Ha-Tzair has-Sômr ha.s-.s'îr ha-shomer ha-tsa'ir Nach den Regeln der ALA Romanization Rules für das Hebräische werden dagegen, entsprechend der englischen Aussprache, auch zwei lateinische Buchstaben für einen hebräischen eingesetzt, so ein /sh/ für die Aussprache von /sch/. Die eindeutige Zuordnung und Reversibilität der Buchstaben bleibt dennoch erhalten, da diese zwei Buchstaben wie /sh/ oder /ts/ als eine Einheit angesehen werden und nur der viel seltener auftretende Trennungsfall durch diakritische Zeichen markiert wird. Mit diesen Regeln wurde eine Translitera- tion entwickelt, die eine eindeutige Rückführung auf die hebräische Schrift zu- lässt (Reversibilität) und gleichzeitig mit weniger Sonderzeichen auskommt. Die Zahl der Diakritika wird auf ein Minimum reduziert und die Titel sind auf Anhieb in der gängigen Aussprache des Hebräischen erkennbar. Die Wahl der Buchstaben ist für die Akzeptanz einer Umschrift von wesentli- cher Bedeutung. Dies wird mit der Umsetzung eines Z wie bei Zion durch ein /s/ mit Unterpunkt im Deutschen nicht gewährleistet. Ebenso ungewohnt ist die Darstellung des /k/-Lautes durch den Buchstaben /q/. Kibbutz wird als qîbbû.s transliteriert, Katalog als qtlôg, Kongress als qôngres und Kishon müsste korrekt Qîsôn geschrieben werden und nicht Kishon, wie es auch in deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken seit eh und je Praxis ist. Nach den Regeln der ALA Romanization Rules für das Hebräische werden dagegen die zwei unterschiedlichen hebräischen Lettern Kaf und Kuf nicht mehr als /k/ und /q/ transliteriert ­ eine Praxis, die die Mehrzahl der Nutzer irritiert, da sie nicht der Alltagspraxis entspricht ­ sondern nur mit /k/, wobei das /k/, das für /q/ steht, einen Unterpunkt als diakritisches Zeichen erhält. Somit bleibt die Reversibilität erhalten, wird aber dem Blick des Benutzers entzogen und in die Ebene der Bearbeitung verlagert, in der sie im Falle einer Rückübertragung in die hebräischen Buchstaben relevant ist. Übernimmt man diese Praxis dann entspricht die Transliteration der hebräischen Begriffe auch 364 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 3
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