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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Digitale Bibliothek Einen thematischen Einstieg bieten die Portale und Kategorien. Kategorien sind frei vergebbare Schlagwörter, die sowohl den Artikeln als auch anderen Kategorien zugeordnet werden können, so dass Thesaurusstrukturen entste- hen können. Da der Software jedoch bislang grundlegende Funktionen zur Thesaurusverwaltung fehlen und die Vergabe von Kategorien ohne einheitli- ches Regelwerk stattfindet, wäre es übertrieben von einer kontrollierten Verschlagwortung zu sprechen. Vielmehr handelt es sich um eine Form des 12 social tagging. Diese Form der gemeinschaftlichen Inhaltserschließung hat in den letzten Monaten vor allem in Weblogs und durch Bookmarking-Systeme wie del.icio.us an Auftrieb gewonnen. Innerhalb der Wikipedia findet die Ver- gabe von Kategorien aus verschiedenen Gründen bislang noch sehr inkonsis- tent statt. Der Einsatz von gegebenen Klassifikationen, beispielsweise der deutschen Dewey Decimal Classification (DDC) oder der Regensburger Ver- bundklassifikation (RVK), ist möglicherweise urheberrechtlich problematisch, wäre aber sinnvoll, weil dadurch automatisch direkt die neueste Literatur zu einem Artikel gefunden werden könnte. Qualität ,,Wie ihr seht, kann ich hier einfach so eure Seite bearbeiten. Achtung: ich mach das nur, um euch auf eure Sicherheitslücke hinzuweisen."13 Regelmäßig werden erstaunte Emails an die Informationsliste von Wikipedia geschickt, in denen davor gewarnt wird, dass alle Seiten direkt und von jedem verändert werden können. Diese gewollte Offenheit ist auch häufigster Kritik- punkt: Wie kann die Zuverlässigkeit der Informationen sichergestellt werden, wenn jeder diese verändern kann, und wie stark kann man sich auf die Infor- mationen aus der Wikipedia verlassen? Grundsätzlich sind auch gedruckte Werke und herkömmliche Nachschlage- werke nicht frei von Fehlern. Die Notwendigkeit kritischen Lesens kann auch die Wikipedia nicht aufheben. Allgemein wird jedoch darauf vertraut, dass Texte, die gemeinsam von etlichen Leuten begutachtet und überarbeitet wur- den, weniger Fehler enthalten als ein Text eines einzelnen Autoren. Dabei wird auf die Selbstheilungskräfte des Wiki-Prinzips vertraut, durch die über kurz oder lang irgendwann jeder Fehler von irgendjemandem entdeckt wird, der ihn dann sofort verbessern kann. Dies täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass fragwürdige Formulierungen in der Wikipedia oft über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Vor allem bei sehr speziellen Themen dauert es einige Zeit, 12 Lee: Can social tagging overcome barriers to content classification? In: headshift Weblog vom 30.08.2004 http://www.headshift.com/archives/002085.cfm [31.10.04] 13 aus einer E-Mail an info@wikipedia.de 356 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 3
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