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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

AUS DER BID c) Die bestehenden Koordinationsmechanismen sind nicht in der Lage, inno- vative Konzepte zu befördern, zu verbreiten und zu unterstützen. Das deutlichste Beispiel dafür ist die Deutsche Internetbibliothek, ein innovati- ves Gemeinschaftsunternehmen von 70 öffentlichen Bibliotheken, das deutsche Internetquellen erschließt und bewertet. Es ist bisher nicht ge- lungen, dieses Projekt nach einer Förderphase durch die Bertelsmann- Stiftung in den Regelbetrieb zu überführen, da es keine zuständige Stelle für eine übergreifende Koordination kommunaler Bibliotheken in Deutsch- land gibt. Das Projekt scheitert am Föderalismus bzw. an der realen Nicht- zuständigkeit aller Behörden, obwohl es einzigartig und höchst innovativ ist, im englischen, finnischen und niederländischen Sprachraum bereits in staatlicher Finanzierung erfolgreich existiert und in Frankreich als Modell für eigene Aktivitäten betrachtet wird. 3. Das Strategiekonzept ,,Bibliothek 2007" setzt voraus, dass eine Reform des Bibliothekswesens sowohl die Hoheit der Länder als auch die Trägerschaft der Kommunen zu berücksichtigen hat. a) In welche Richtung müsste sich eine Reform des Bibliothekswesens entwickeln? · Bund und Länder müssen gemeinsam ein Strategiekonzept und einen Entwicklungsplan für Bibliotheken erarbeiten. Bund und Länder müssen in Zukunft gemeinsam für die Gesamtheit der Bibliotheken Verantwortung übernehmen, damit keine Zuständigkeitslücken entstehen. Die Funktion, die Bibliotheken zur Erreichung der Ziele vieler nationaler Konzepte haben können (Stichworte: Medienkompetenz, Pisa, Kulturelle Vielfalt) muss von politischer Seite gesehen und in Planungspapiere eingebracht werden. Hier ist aktive Koordination erforderlich, und es muss verhindert werden, dass Innovation im deutschen Bibliothekswesen an politischer Nichtzu- ständigkeit scheitert. · Bibliotheken müssen wie Schulen und Kindergärten zur Pflichtaufgabe werden. · Gesichert werden müssen die größere Selbständigkeit und die finanziellen Rahmenbedingungen für die Bibliotheken. · Die Reform hin zu einer Stabilisierung und Ausweitung der Dienst- leistungen könnte durch Projektförderung auf überregionaler Ebene herge- stellt werden. Bibliotheken sind reformbereit, aber die Politik nutzt diese Reformbereitschaft nicht zur Entwicklung entsprechender Strukturen und zur Einbindung in überregionale Planungen. · Großbritannien ist ein gutes Beispiel für nationales Engagement für Öffent- liche Bibliotheken bei gleichzeitiger kommunaler Zuständigkeit: BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 3 309
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