Path:
Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

AUS DER BID Welche Faktoren gefährden aus Ihrer Sicht die Bibliotheken in Deutschland? a) Eine fehlende Gesamtplanung und die fehlende Festschreibung der Biblio- theken als Pflichtaufgabe gefährden massiv die öffentlichen Bibliotheken in Deutschland. Als freiwillige Leistungen fallen sie oft als erstes den Sparmaßnahmen zum Opfer. b) Zu viele verschiedene Träger mit unterschiedlichen Kompetenzen planen und entscheiden über Bibliotheken, ohne eine abgestimmte gesamtstaatli- che Ausrichtung. Der Föderalismus lässt bei Bibliotheken sehr unter- schiedliche Grade von Selbständigkeit zu und verhindert damit die gleich- rangige kompetente Zusammenarbeit bei (länder-)übergreifenden Projek- ten. Der Föderalismus muss dann kein Hemmnis sein, wenn es eine zent- rale Koordinierung und Finanzierung für übergreifende Projekte und ein Gesamtverständnis zur Entwicklung von Bibliotheken in Deutschland gibt. Bisher wird durch föderale Strukturen die Anwendung einheitlicher vor- bildlicher Lösungen (z.B. beim EDV-Einsatz) eher behindert und Res- sourcen werden verschwendet. c) Die geplante Ausgestaltung des Urheberrechts, vor allem des Para- graphen 52 a, kann deutsche Bibliotheken und damit die kulturelle Bildung der Bürger ernsthaft gefährden. 2. Gibt es zwischen den Ländern auch Koordinationsmechanismen des auf dem Föderalismus basierenden Bildungssystems und der Kultur- hoheit der Länder, die die lokale Eigenverantwortung sinnvoll ergänzen? Das Deutsche Bibliotheksinstitut als einzige per definitionem überregionale Koordinierungs- und Beratungsstelle wurde im Jahr 2000 ersatzlos gestri- chen. Die fehlende überregionale Koordinierung und Beratung ist der Schwachpunkt des bestehenden Systems. Es gibt nur wenige Ansätze einer Koordination zwischen den Ländern, die die lokale Eigenverantwortung der Bibliotheken sinnvoll ergänzen: a) Das dezentrale Kompetenznetzwerk für Bibliotheken wurde von der Ar- beitsgruppe Bibliotheken der KMK im Jahr 2004 eingerichtet. Dadurch konnte insbesondere die Fortführung der Deutschen Bibliotheksstatistik, die internationale Zusammenarbeit und die Mitarbeit bei der internationa- len Normierungsarbeit erhalten werden. Die Beschränkung auf diese weni- gen Aspekte und die Nichtbeteiligung des Bundes sind deutliche Hemm- nisse. b) Alle Länder haben die Leihverkehrsordnung verabschiedet und einige Län- der haben sich zu gemeinsamen EDV-Verbünden zusammengeschlossen. 308 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 3
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.